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Dolmetscher beim Arzt: Anspruch, Kosten, Alternativen

Meeyra Team16 Min. Lesezeit018. September 2026

Einen allgemeinen Anspruch auf einen kostenlosen Dolmetscher beim Arzt haben gesetzlich Versicherte in Deutschland nicht. Das SGB V regelt die Kosten nicht, im Zweifel zahlt die Patientin oder der Patient selbst. Ausnahmen gelten für Gebärdensprache, Asylbewerber, Opfer von Gewalttaten und über einige Landesprogramme.

Das Problem betrifft viele Menschen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sprechen rund 15,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Hause vorwiegend oder ausschließlich eine andere Sprache als Deutsch. Gleichzeitig verlangt das Gesetz, dass jede ärztliche Aufklärung für die Patientin oder den Patienten verständlich ist. Zwischen dieser Pflicht und der ungeklärten Finanzierung entsteht eine Lücke, die im Alltag meist Angehörige füllen, oft auch Kinder.

Dieser Ratgeber erklärt, was die Rechtsprechung verlangt, wer in welchem Fall die Kosten trägt, wie Sie einen Dolmetscher für den Arzttermin organisieren und wo Video-, Telefon- und KI-Lösungen helfen. Wie Videodolmetschen grundsätzlich funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag zum Videodolmetschen.

Inhalt

Warum die Sprache beim Arzt rechtlich zählt

Vor jeder Behandlung muss die Ärztin oder der Arzt über Art, Risiken und Alternativen aufklären. Nach § 630e Abs. 2 BGB muss diese Aufklärung für den Patienten verständlich sein. Die Gesetzesbegründung wird deutlich: „Erforderlichenfalls ist eine sprachkundige Person oder ein Dolmetscher auf Kosten des Patienten hinzuzuziehen", heißt es in der Bundestagsdrucksache 17/10488. Auch die ärztliche Musterberufsordnung verlangt in § 8, Behandlung und Risiken „in verständlicher und angemessener Weise" zu verdeutlichen.

Die Gerichte legen die Verantwortung dabei auf die Behandlerseite:

  • KG Berlin, 8. Mai 2008 (20 U 202/06): Der Arzt muss „notfalls durch Beiziehung eines Sprachmittlers" sicherstellen, dass der Patient der Aufklärung folgen kann. Beweisen muss das die aufklärende Seite.
  • OLG Köln, 9. Dezember 2015 (5 U 184/14): Übersetzt ein Familienangehöriger, muss der Arzt überprüfen, ob dieser die Erläuterungen verstanden hat. Im Zweifel braucht es einen professionellen Dolmetscher, einen gut sprachkundigen Angehörigen oder geeignetes Klinikpersonal.
  • OLG Hamm, 8. März 2024 (26 U 75/23): Verlangt ein offenbar ausreichend deutschsprachiger Patient keinen Dolmetscher, darf der Arzt von einer wirksamen Einwilligung ausgehen.
Für Praxen und Kliniken heißt das: Eine unverstandene Aufklärung ist ein Haftungsrisiko. Für Patientinnen und Patienten heißt es: Sie dürfen und sollten sagen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Wer zahlt den Dolmetscher beim Arzt?

Die Antwort hängt davon ab, wer Sie sind und wo Sie behandelt werden. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fälle zusammen.

SituationWer zahlt?Grundlage
Gesetzlich versichert, ambulantIn der Regel die Patientin oder der PatientBSG 1 RK 20/94; LSG Niedersachsen-Bremen L 4 KR 147/14
Gebärdensprache (hörbehinderte Menschen)Krankenkasse bzw. zuständiger Leistungsträger§ 17 Abs. 2 SGB I
Psychotherapie (GKV)Keine KassenleistungBSG B 6 KA 40/06 R
Asylbewerber in den ersten 36 MonatenSozialamt im Einzelfall, Antrag vorab§ 6 Abs. 1 AsylbLG
Asylbewerber nach 36 MonatenWie GKV, Sozialhilfe nur im Einzelfall§ 2 AsylbLG, § 264 SGB V
Opfer einer GewalttatTräger der Sozialen Entschädigung§ 12 SGB XIV
Privat versichertKeine Erstattung (Gebärdensprache freiwillig)PKV-Verband
Stationär im KrankenhausUmstritten§ 2 Abs. 2 KHEntgG

Gesetzliche Krankenversicherung. Schon 1995 entschied das Bundessozialgericht (1 RK 20/94), dass Versicherte nicht verlangen können, dass auf Kosten der Krankenkasse ein Dolmetscher zur ambulanten Behandlung hinzugezogen wird. Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen bestätigte 2018, dass das SGB V die Gestellung eines Sprachdolmetschers nicht regelt und keine planwidrige Lücke vorliegt. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages kam im November 2025 zum selben Ergebnis.

Gebärdensprache. Hier gibt es einen klaren Anspruch: Nach § 17 Abs. 2 SGB I trägt der zuständige Leistungsträger die Kosten für Gebärdensprachdolmetscher bei der Ausführung von Sozialleistungen, also auch beim Arztbesuch.

Psychotherapie. Das Bundessozialgericht hat 2008 entschieden, dass es keinen Anspruch auf Psychotherapie in der Muttersprache gibt und Dolmetscherkosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden dürfen, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtete.

Asylbewerber. In den ersten 36 Monaten kann das Sozialamt nach § 6 Abs. 1 AsylbLG Dolmetscherkosten übernehmen, wenn sie im Einzelfall zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich sind. Das hat die Bundesregierung in der Drucksache 18/2184 ausdrücklich bestätigt. In Berlin etwa muss die Praxis oder Klinik den Antrag vor der Behandlung stellen; rückwirkend geht es nur im Notfall oder bei einer psychiatrischen Krise.

Opfer von Gewalttaten. Das seit 2024 geltende SGB XIV enthält eine der wenigen ausdrücklichen Regelungen: Nach § 12 SGB XIV trägt der Träger notwendige Dolmetscherkosten, wenn der gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland seit weniger als fünf Jahren besteht. Für Traumaambulanzen und psychotherapeutische Leistungen beträgt die Frist zehn Jahre.

Krankenhaus. Nach § 2 Abs. 2 KHEntgG gehören die vom Krankenhaus veranlassten Leistungen Dritter zu den allgemeinen Krankenhausleistungen. Ob damit auch Dolmetscherkosten mit der Fallpauschale abgegolten sind, ist umstritten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft vertrat 2015 die Auffassung, Dolmetscherkosten seien nicht vom Krankenhaus zu tragen. Viele Kliniken setzen deshalb auf mehrsprachiges Personal: Laut dem SVR-Jahresgutachten 2022 führen 83 Prozent der Kliniken Listen mit fremdsprachigen Beschäftigten.

Angehörige und Kinder als Dolmetscher

In der Praxis dolmetschen meist die, die gerade da sind. Laut dem Krankenhaus Barometer 2017 des Deutschen Krankenhausinstituts übernehmen Angehörige oder Freunde in 44 Prozent der befragten Kliniken „oft" und in 24 Prozent „immer" das Dolmetschen. 26 Prozent der Kliniken nutzen externe professionelle Dolmetscher gar nicht.

Das ist riskant. Der Leitfaden „Das kultursensible Krankenhaus" der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung nennt für Ad-hoc-Dolmetscher eine Fehlerquote von 23 bis 52 Prozent. Angehörige lassen Belastendes weg, fügen eigene Einschätzungen hinzu oder kennen die Fachbegriffe schlicht nicht.

Kinder sollten nicht dolmetschen. Bei einer Veranstaltung der Landesärztekammer Hessen, dokumentiert im Hessischen Ärzteblatt, brachte es eine Kinderärztin auf den Punkt: „Kinder haben weder das notwendige Verständnis für medizinische Fachbegriffe noch die Reife, solche Gespräche zu führen." Ein vom brandenburgischen Sozialministerium geförderter Elternflyer sagt es noch deutlicher: auch nicht als Notlösung.

Die Schweigepflicht ist ein weiterer Punkt. Professionelle Dolmetscher, die die Praxis beauftragt, gelten nach § 203 StGB als mitwirkende Personen; die Ärztin oder der Arzt muss sie zur Geheimhaltung verpflichten, wie die Empfehlungen von Bundesärztekammer und KBV betonen. Angehörige sind dagegen keine Berufsgeheimnisträger. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages weist darauf hin, dass bei Gelegenheitsdolmetschenden die Wahrung der Privatsphäre und des Datenschutzes erschwert sein dürfte. Gerade bei sensiblen Themen wie Schwangerschaft, psychischer Gesundheit oder Gewalt kann das Patientinnen und Patienten zum Schweigen bringen.

Wie ähnliche Fragen in der Schule gelöst werden, zeigt unser Beitrag zum Elterngespräch mit Dolmetscher.

So organisieren Sie einen Dolmetscher für den Arzttermin

Wenn Sie einen Dolmetscher beim Arzt brauchen, selbst einen Termin vorbereiten oder eine Angehörige begleiten, gehen Sie am besten so vor:

  1. Praxis vorab informieren. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung, welche Sprache Sie sprechen. Manche Praxen haben mehrsprachiges Personal oder nutzen einen Video- oder Telefondienst.
  2. Kostenträger klären. Prüfen Sie anhand der Tabelle oben, ob ein Träger zahlt. Asylbewerber sollten den Antrag über Praxis oder Klinik vor dem Termin stellen lassen.
  3. Landes- oder Kommunalangebot suchen. In einigen Bundesländern können Praxen und Kliniken Dolmetschdienste kostenlos nutzen (siehe nächster Abschnitt).
  4. Termin mit Puffer planen. Ein gedolmetschtes Gespräch dauert deutlich länger, weil jede Aussage zweimal fällt. Bitten Sie um einen längeren Termin, besonders vor Operationen.
  5. Unterlagen mitbringen. Befunde, Medikamentenliste und Impfausweis helfen dem Dolmetscher, sich vorzubereiten.
  6. Verständnis prüfen. Wiederholen Sie am Ende in eigenen Worten, was Sie verstanden haben. Fragen Sie nach, bis alles klar ist.
  7. Schriftliches erbitten. Viele Aufklärungsbögen gibt es in mehreren Sprachen. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.

Landesprogramme und Preise im Überblick

Weil der Bund keine Regelung getroffen hat, springen einzelne Länder und Kommunen ein und finanzieren den Dolmetscher beim Arzt zumindest teilweise. Die Angebote richten sich meist an Praxen und Kliniken, nicht direkt an Patientinnen und Patienten.

AngebotFür wenKosten
Landesprogramm Thüringen (Telefon/Video, 24/7)Kliniken, Praxen, Psychotherapie, HebammenKostenfrei, finanziert vom Freistaat
Brandenburg (Telefon/Video)Kliniken, Praxen, Psychotherapie, TraumaambulanzenKostenlos, verlängert bis 30. Juni 2027
Dolmetschpool HamburgPsychotherapie, Psychiatrie, FachärzteKostenlos, finanziert von der Sozialbehörde
Gemeindedolmetschdienst BerlinEinrichtungen und PraxenVor Ort 50 € bis 60 Minuten; Telefon/Video 25 € bis 30 Minuten
Sprach- und Integrationsmittlung Leipzig (SprInt)Einrichtungen in Leipzig50 € für die erste Stunde, plus Buchungsgebühr

Zum Vergleich: Die Berliner Honorarvorschrift für Sozialleistungen sieht für Sprach- und Integrationsmittler 19 bis 34 Euro pro Stunde vor, für Verhandlungsdolmetscher 34 bis 48 Euro. Vor Gericht bestellte Dolmetscher erhalten nach dem Justizvergütungsgesetz 93 Euro pro Stunde.

Fragen Sie Ihre Praxis direkt, ob sie an einem solchen Programm teilnimmt. Viele Praxen wissen selbst nicht, dass es in ihrem Bundesland ein kostenloses Angebot gibt.

Digitale Alternativen: Video, Telefon und KI

Video- und Telefondolmetschen schließen Lücken, wenn vor Ort niemand verfügbar ist. In einem Hamburger Modellprojekt mit Hausarztpraxen, ausgewertet in BMC Health Services Research, dauerten 202 Einsätze im Schnitt 14 Minuten, und über 90 Prozent der Bewertungen fielen positiv aus. Die Hürde lag woanders: Nur 13 von 593 Praxen machten mit. Auch Kliniken sind oft nicht rund um die Uhr versorgt; laut Deutschem Ärzteblatt konnten nur 14 von 38 Universitätskliniken am Wochenende einen Dolmetscher rufen.

KI-Übersetzung ist längst im Einsatz, oft ohne klare Regeln. In einer Befragung von 103 Notaufnahmen, veröffentlicht 2023 in der Fachzeitschrift Notfall + Rettungsmedizin, gaben über 70 Prozent an, digitale Übersetzungsprogramme zu nutzen. Rund die Hälfte hatte sie schon für die Einwilligung bei nicht lebensbedrohlichen Eingriffen verwendet, und 87,4 Prozent fühlten sich dabei rechtlich ungeschützt.

Die Qualität schwankt je nach Sprache. Eine Studie im European Journal of Radiology ließ 2025 deutsche Radiologiebefunde von GPT-4o übersetzen: 79 Prozent waren sachlich korrekt, im Russischen nur 69 Prozent. Vier Prozent der Übersetzungen enthielten potenziell schädliche Fehler, im Russischen neun Prozent. Für eine rechtssichere Aufklärung reicht das nicht.

Dazu kommt der Datenschutz. Gesundheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besonders geschützt. Wer eine KI-App einsetzt, muss wissen, wo die Sprache verarbeitet und ob sie gespeichert wird.

Wo Meeyra passt. Meeyra ist eine Videoplattform mit KI-gestützter Sprachübersetzung in Echtzeit für 42+ Sprachen, darunter Türkisch, Arabisch, Russisch, Ukrainisch, Polnisch und Persisch. Das Audio ist auf dem Übertragungsweg verschlüsselt, wird in Echtzeit verarbeitet und nicht gespeichert. Meeyra ist aber kein Dolmetschdienst, stellt keine menschlichen Dolmetscher und ist kein zertifizierter Anbieter für die abrechenbare Videosprechstunde. Für Aufklärung, Diagnose und Therapiegespräche bleibt ein qualifizierter Dolmetscher der richtige Weg. Sinnvoll ist Meeyra für die Kommunikation rund um die Behandlung ohne medizinische Inhalte, etwa um Anreise, Unterlagen oder Termine mit Angehörigen im Ausland abzustimmen. Einen Überblick über Übersetzungs-Apps für Videoanrufe gibt unser Vergleich Dolmetscher-App für Videoanrufe.

Was sich politisch bewegt

Das Thema steht seit Jahren auf der Agenda, ohne gesetzliche Lösung. Der Koalitionsvertrag von 2021 kündigte an, Sprachmittlung „auch mit Hilfe digitaler Anwendungen" im Kontext notwendiger medizinischer Behandlung zum Bestandteil des SGB V zu machen. Umgesetzt wurde das nicht, und der Koalitionsvertrag von 2025 greift das Vorhaben nicht auf.

Seitdem mehren sich die Forderungen:

  • Der Deutsche Ärztetag forderte 2022 und erneut 2024, die Sprachmittlung im SGB V zu verankern, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtete.
  • Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder bekräftigte im Juni 2025 die Notwendigkeit, Sprachmittlung, „ggf. auch KI-basiert", einzuführen, und bat das Bundesgesundheitsministerium, Finanzierungsoptionen zu prüfen.
  • Der Deutsche Psychotherapeutentag verlangte im Mai 2025, Sprachmittlung als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung festzuschreiben.
Die Bundesregierung erklärte im November 2025 in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage, eine gesetzliche Regelung werde „gegenwärtig geprüft". Das Bundesgesundheitsministerium fördert zudem ein Pilotprojekt an der Charité. Bis zu einer Entscheidung bleibt es bei der heutigen Rechtslage.

Häufig gestellte Fragen

Zahlt die Krankenkasse einen Dolmetscher beim Arzt?

Nein, in der Regel nicht. Das SGB V enthält keine Rechtsgrundlage für Sprachdolmetscher, und das Bundessozialgericht hat eine Kostenübernahme abgelehnt. Eine Ausnahme gilt für Gebärdensprachdolmetscher nach § 17 Abs. 2 SGB I.

Muss der Arzt einen Dolmetscher stellen?

Der Arzt muss sicherstellen, dass die Aufklärung verstanden wird, und im Zweifel einen Sprachmittler hinzuziehen. Nach der Gesetzesbegründung zu § 630e BGB geschieht das allerdings auf Kosten des Patienten.

Darf mein Kind beim Arzt dolmetschen?

Davon raten Fachleute ab. Kinder kennen die medizinischen Begriffe nicht und werden durch belastende Inhalte überfordert. Nutzen Sie lieber einen professionellen Dienst oder eine erwachsene, gut sprachkundige Person.

Wer zahlt den Dolmetscher für Asylbewerber?

In den ersten 36 Monaten kann das Sozialamt die Kosten nach § 6 Abs. 1 AsylbLG übernehmen, wenn der Dolmetscher im Einzelfall zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich ist. Den Antrag stellt in der Regel die Praxis oder Klinik vor der Behandlung.

Was kostet ein Dolmetscher beim Arzt?

Das hängt vom Angebot ab. Der Berliner Gemeindedolmetschdienst empfiehlt 50 Euro für einen Einsatz vor Ort bis 60 Minuten und 25 Euro für bis zu 30 Minuten per Telefon oder Video. In Thüringen, Brandenburg und Hamburg können berechtigte Einrichtungen Dolmetschdienste kostenlos nutzen.

Unterliegt ein Dolmetscher der Schweigepflicht?

Professionelle Dolmetscher, die die Praxis beauftragt, muss der Arzt nach § 203 StGB zur Geheimhaltung verpflichten. Angehörige, die spontan übersetzen, sind dagegen keine Berufsgeheimnisträger.

Kann eine Übersetzungs-App den Dolmetscher ersetzen?

Für Organisatorisches kann eine App helfen, für die ärztliche Aufklärung nicht. Studien zeigen je nach Sprache deutliche Fehlerquoten, und die Verantwortung für eine verständliche Aufklärung bleibt beim Arzt.

Solange der Gesetzgeber die Finanzierung nicht regelt, entscheidet oft Eigeninitiative darüber, ob ein Arztgespräch wirklich verstanden wird. Fragen Sie nach Landesprogrammen, planen Sie mehr Zeit ein und setzen Sie für medizinische Inhalte auf qualifizierte Dolmetscher. Für mehrsprachige Gespräche jenseits der Behandlung können Sie ein kostenloses Meeyra-Konto erstellen und die Echtzeit-Übersetzung direkt im Browser testen.