Wie viel Internetgeschwindigkeit braucht eine Videokonferenz? (Tabelle)
Die Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen liegt weit unter dem, was die meisten Anschlüsse liefern: rund 1,5 Mbit/s im Down- und Upload für ein 720p-Gespräch zu zweit, 3 bis 4 Mbit/s in jede Richtung für ein 1080p-Gruppenmeeting und etwa 0,1 Mbit/s für reinen Ton. Rechnen Sie 5 Mbit/s Upload für jede weitere Person am selben Anschluss hinzu und achten Sie auf den Upload statt auf den Download, denn dort brechen Konferenzen zuerst ab.
Speedtest-Ergebnis und eingefrorenes Bild passen selten zusammen. Ein als "250 Mbit/s" verkaufter Anschluss kann mitten im Satz stocken, weil eine Live-Konferenz von vier Werten abhängt, die kein Anbieter bewirbt: Upload-Kapazität, Latenz, Jitter und Paketverlust. Dieser Ratgeber liefert die vollständige Tabelle nach Auflösung und Teilnehmerzahl, erklärt anschließend die vier übrigen Kennzahlen und zeigt, was Sie ändern, wenn die Tabelle eigentlich grünes Licht gibt.
Der Artikel behandelt ausschließlich die Anforderungen an die Verbindung. Wenn Sie vor dem Meeting auch Kamera und Mikrofon prüfen möchten, beginnen Sie mit unserer Anleitung zum Testen von Kamera und Mikrofon und dimensionieren Sie danach die Leitung anhand dieser Tabelle.
Inhalt
- Die kurze Antwort: Mbit/s nach Auflösung und Meeting-Typ
- Warum der Upload die entscheidende Zahl ist
- Die komplette Tabelle: Was die Plattformen angeben
- Gruppenmeetings: Wie die Teilnehmerzahl die Rechnung beeinflusst
- Latenz, Jitter und Paketverlust: Was der Speedtest verschweigt
- Datenverbrauch: Wie viel GB eine Videokonferenz pro Stunde kostet
- Anschluss dimensionieren: Haushalt, Homeoffice, Klassenzimmer
- WLAN, LAN-Kabel und 5G: Wo der Engpass meistens steckt
- Die Tabelle sagt "reicht", die Konferenz ruckelt trotzdem
- Häufig gestellte Fragen
Die kurze Antwort: Mbit/s nach Auflösung und Meeting-Typ
Die folgende Tabelle fasst die Systemanforderungen, die die großen Meeting-Plattformen mit Stand September 2026 veröffentlicht haben, mit den Mindestwerten des deutschen Telekommunikationsrechts zu einer Übersicht der Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen zusammen. Planen Sie jeweils mit dem oberen Ende der Spanne.
| Gesprächstyp | Benötigter Download | Benötigter Upload | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Nur Audio | 0,1 Mbit/s | 0,1 Mbit/s | 60 bis 100 kbit/s mit modernen Codecs wie Opus |
| Standardvideo zu zweit (360p bis 480p) | 0,6 bis 1 Mbit/s | 0,6 bis 1 Mbit/s | Läuft über LTE und schwaches WLAN |
| HD 720p zu zweit | 1,2 bis 1,7 Mbit/s | 1,2 bis 1,7 Mbit/s | Standardprofil der meisten Laptops |
| Full HD 1080p zu zweit | 3 bis 3,8 Mbit/s | 3 bis 3,8 Mbit/s | Nur mit guter Webcam und gutem Licht sinnvoll |
| HD 720p in der Gruppe (Galerieansicht) | 1,8 bis 2,6 Mbit/s | 1,5 bis 2,6 Mbit/s | Download wächst mit der Zahl sichtbarer Kacheln |
| Full HD 1080p in der Gruppe | 3 bis 4 Mbit/s | 3 bis 3,8 Mbit/s | Höchste Stufe, die die meisten Plattformen zulassen |
| Bildschirmfreigabe, zusätzlich | +0,2 bis 1,5 Mbit/s | +0,2 bis 1,5 Mbit/s | Folien am unteren, Video am oberen Ende |
| Komfortabler Zielwert pro Person | 10 Mbit/s | 5 Mbit/s | Lässt Reserve für andere Anwendungen |
Zum Vergleich: Das im Jahr 2026 angehobene Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten nach § 157 TKG sieht als Mindestversorgung 15 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload und höchstens 150 Millisekunden Latenz vor. Der Bundestag hat die Anhebung von zuvor 10 und 1,7 Mbit/s im Juli 2026 gebilligt, wie Das Parlament berichtete. Die Mindestversorgung deckt damit genau eine Person in Full HD ab, mehr nicht.
Eine Laborstudie der Internet Equity Initiative der University of Chicago misst den tatsächlichen Verbrauch noch niedriger. Über die drei größten Plattformen hinweg beanspruchte ein einzelnes Gespräch im Schnitt 1 bis 2 Mbit/s im Download und 0,75 bis 1,4 Mbit/s im Upload. Anforderungslisten beschreiben die Obergrenze; reale Konferenzen bleiben meist deutlich darunter.
Warum der Upload die entscheidende Zahl ist
Fast jeder Privatanschluss ist asymmetrisch. Kabel, DSL und 5G-Heimtarife reservieren für den Download ein Vielfaches der Upload-Kapazität, und die große Zahl in der Werbung ist immer der Download. Kamera und Mikrofon verlassen Ihre Wohnung jedoch über die Upload-Spur. Ist sie voll, sehen die anderen Sie einfrieren, während Sie alle problemlos sehen.
Die Bundesnetzagentur zeigt in ihrem zehnten Jahresbericht zur Breitbandmessung vom Juni 2026, wie weit Vertrag und Realität auseinanderliegen. Im Festnetz erreichten 85,9 Prozent der messenden Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Downloadrate, aber nur 45,9 Prozent die volle Rate. Die Behörde betont, dass die Zahlen auf freiwilligen App-Messungen und nicht auf einer repräsentativen Stichprobe beruhen.
Für die Praxis heißt das trotzdem: Messen Sie Ihren Upload selbst, statt dem Tarifnamen zu vertrauen.
Wer die Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen realistisch einschätzen will, führt den Speedtest während einer Konferenz durch, nicht davor, und liest zuerst den Upload-Wert ab. Liegt er unter 5 Mbit/s und zwei Personen im Haushalt sitzen gleichzeitig in Meetings, hilft kein noch so hoher Download gegen die Aussetzer. Die zertifizierte Desktop-App auf breitbandmessung.de liefert dafür Werte, die Sie im Zweifel auch gegenüber dem Anbieter verwenden können.
Auch die Architektur der Plattform spielt eine Rolle. Meeyra arbeitet mit einer Selective Forwarding Unit, dem Medienserver-Prinzip der meisten modernen Anbieter. Ihr Browser lädt einen Videostream hoch, unabhängig davon, wie viele Personen im Raum sind, und der Server verteilt ihn. Der Upload-Bedarf bleibt daher konstant, wenn das Meeting wächst. Nur der Download steigt, und zwar proportional zur Zahl der Kacheln auf Ihrem Bildschirm.
Die komplette Tabelle: Was die Plattformen angeben
Jede Plattform nennt leicht andere Werte, weil jede das Video anders kodiert und andere Voreinstellungen wählt. Die Tabelle listet die veröffentlichten Angaben mit Stand September 2026, zitiert aus den Systemanforderungen der Anbieter selbst.
| Szenario | Zoom (Angabe) | Google Meet (Angabe) | Microsoft Teams (Angabe) | Meeyra (WebRTC im Browser) |
|---|---|---|---|---|
| Nur Audio | 60 bis 80 kbit/s | 100 kbit/s | 58 kbit/s empfohlen, 76 kbit/s optimal | Opus-Audio, deutlich unter 0,1 Mbit/s |
| 720p zu zweit | 1,2 Mbit/s Up und Down | bis 1,7 Mbit/s | 1,5 Mbit/s Up und Down empfohlen | 720p ist das Standard-Kameraprofil |
| 1080p zu zweit | 3,8 Mbit/s Up, 3,0 Mbit/s Down | bis 3,6 Mbit/s | bis 4 Mbit/s für optimale Leistung | 1080p ist die höchste angeforderte Auflösung |
| 720p in der Gruppe | 2,6 Mbit/s Up, 1,8 Mbit/s Down | ab 250 kbit/s Up, bis 4,0 Mbit/s Down | 2,5 Mbit/s Up, 4 Mbit/s Down empfohlen | Ein Upload-Stream; Download skaliert mit Kacheln |
| 1080p in der Gruppe | 3,8 Mbit/s Up, 3,0 Mbit/s Down | bis 3,6 Mbit/s | 4 Mbit/s Up und Down | Startet bei rund 1 Mbit/s und steigt mit stabiler Leitung |
| Galerieansicht, viele Kacheln | 2,0 Mbit/s bei 25, 4,0 Mbit/s bei 49 Kacheln | bis 4,0 Mbit/s Down | Große Galerie bis 1080p in der empfohlenen Stufe | Abhängig von sichtbaren Kacheln |
| Bildschirmfreigabe | 50 bis 150 kbit/s | 250 kbit/s bis 2,6 Mbit/s je nach Auflösung | 1,5 bis 2,5 Mbit/s empfohlen | Inhaltsabhängig, bei statischen Folien niedrig |
Drei Details verdienen Aufmerksamkeit. Erstens liegt der Upload-Wert für 1080p bei Zoom über dem Download-Wert, was die Warnung zur Asymmetrie bestätigt. Zweitens gibt Microsoft an, dass Teams HD-Video mit weniger als 1,5 Mbit/s liefert und bei knapper Bandbreite Audio vor Video priorisiert; dieses Verhalten teilen alle WebRTC-basierten Werkzeuge. Drittens reicht die Bildschirmfreigabe von fast nichts bei einer Folienpräsentation bis zu mehr als 2 Mbit/s bei einem geteilten Video. Wer präsentiert, plant für die Art des Inhalts, nicht nur für die Kamera. Unsere Anleitung zum Teilen des Bildschirms zeigt die Einstellungen, mit denen Bewegtbild flüssig bleibt.
Gruppenmeetings: Wie die Teilnehmerzahl die Rechnung beeinflusst
Eine verbreitete Sorge lautet, die Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen mit 20 Personen müsse zwanzigmal so hoch sein wie für ein Gespräch zu zweit. Auf einer modernen Plattform stimmt das nicht. Ihr Browser sendet einen Stream an den Server. Der Server leitet nur die Streams weiter, die Sie gerade sehen, und zwar in der Größe, die zur Kachel passt. Eine Person, die aus dem Bild gescrollt ist, kostet Sie nichts.
Die Netzwerkplanungsunterlagen von Google verdeutlichen die Größenordnung. Eine einzelne Videokachel benötigt bei 180p 80 bis 200 kbit/s, bei 360p 200 bis 500 kbit/s, bei 540p 400 kbit/s bis 1 Mbit/s und bei 720p 600 kbit/s bis 1,5 Mbit/s. Neun kleine Kacheln in einem 3-mal-3-Raster landen deshalb zwischen 2 und 4 Mbit/s Download, weshalb sich die Angaben zur Galerieansicht plattformübergreifend in diesem Bereich sammeln.
Daraus folgen zwei Regeln für die Praxis. Begrenzen Sie die Galerieansicht bei schwacher Leitung auf 9 oder 16 Kacheln und bitten Sie Vortragende, die sprechende Person anzuheften, statt alle zu zeigen. Beide Schritte halbieren den Download-Bedarf, ohne dass jemand die Kamera ausschaltet. In Räumen, die Präsenz- und Remote-Teilnehmende mischen, sendet das Raumsystem meist einen einzelnen hochwertigen Stream; unser Beitrag zu hybriden Meetings dimensioniert diese Konstellation im Detail.
Latenz, Jitter und Paketverlust: Was der Speedtest verschweigt
Die Bandbreite entscheidet, wie scharf Ihr Bild ist. Drei weitere Kennzahlen entscheiden, ob sich das Gespräch natürlich anfühlt, und ein schneller Anschluss kann an allen dreien scheitern.
| Kennzahl | Was sie misst | Gut | Akzeptabel | Schlecht |
|---|---|---|---|---|
| Latenz (einfache Laufzeit) | Zeit, bis Ihre Stimme ankommt | unter 100 ms | 100 bis 150 ms | über 400 ms |
| Jitter | Schwankung der Laufzeit zwischen Paketen | unter 10 ms | 10 bis 30 ms | über 30 ms |
| Paketverlust | Anteil der Pakete, die nie ankommen | unter 0,5 % | 0,5 bis 1 % | über 1 % |
| Ping (Hin- und Rückweg) | Laufzeit hin und zurück | unter 80 ms | 80 bis 250 ms | über 250 ms |
Die Latenzgrenzen stammen aus der Empfehlung G.114 der Internationalen Fernmeldeunion. Sie setzt 150 ms einfache Laufzeit als Grenze für die meisten Gesprächsanwendungen und stuft alles über 400 ms als inakzeptabel ein. Ab diesem Punkt reden Menschen übereinander, weil jede Seite die Pause als Einladung zum Sprechen versteht. Das deutsche Recht auf Versorgung übernimmt denselben Wert von 150 ms als Obergrenze.
Jitter erklärt die meisten Beschwerden der Sorte "mein Internet ist schnell, aber das Bild stockt". Jede Konferenz betreibt einen kleinen Puffer, der Ankunftszeiten glättet. Schwankt die Laufzeit um mehr als 30 ms, läuft der Puffer leer, Bilder fallen aus und der Ton zerfällt in roboterhafte Bruchstücke. Paketverlust über 1 Prozent erzeugt dieselben Symptome, und der Ton leidet zuerst, weil sich ein verlorenes Audiopaket nicht so verstecken lässt wie ein verlorenes Videobild.
Meeyra macht das im Meeting selbst sichtbar. Jede Teilnehmerkachel trägt eine Signalanzeige, die alle paar Sekunden die Hin- und Rücklaufzeit misst und über 80 ms von Grün auf Gelb, über 250 ms auf Rot wechselt. Wird nur eine Kachel rot, während alle anderen grün bleiben, liegt das Problem an der Verbindung dieser Person, und dort gehört auch die Lösung hin.
Datenverbrauch: Wie viel GB eine Videokonferenz pro Stunde kostet
Bandbreitenwerte lassen sich direkt in Datenverbrauch umrechnen, was bei Mobilfunktarifen mit Volumengrenze und bei Satellitenanschlüssen zählt. Ein Megabit pro Sekunde über eine Stunde entspricht 450 Megabyte. Multiplizieren Sie Ihre Summe aus Upload und Download mit 0,45 und Sie erhalten Gigabyte pro Stunde.
| Gesprächstyp | Typische Gesamtrate | Daten pro Stunde |
|---|---|---|
| Nur Audio | 0,2 Mbit/s | etwa 90 MB |
| 720p zu zweit | 3 Mbit/s (1,5 je Richtung) | etwa 1,35 GB |
| 1080p zu zweit | 7 Mbit/s (3,5 je Richtung) | etwa 3,2 GB |
| 720p Gruppe, Galerieansicht | 4,5 Mbit/s | etwa 2 GB |
| 1080p Gruppe | 7,5 Mbit/s | etwa 3,4 GB |
Das sind Obergrenzen. Die Überlastkontrolle von WebRTC schätzt fortlaufend neu, was das Netz tragen kann, und senkt die Bitrate des Encoders entsprechend, weshalb reale Konferenzen meist weniger verbrauchen. Eine Stunde 720p auf dem Smartphone landet in der Regel näher an 1 GB als an 1,35 GB. Wer die eigene Kamera ausschaltet, streicht die Upload-Hälfte komplett und dehnt ein knappes Datenvolumen am schnellsten.
Anschluss dimensionieren: Haushalt, Homeoffice, Klassenzimmer
Die Werte pro Gespräch werden erst dann zu einer Tarifempfehlung, wenn Sie gleichzeitige Konferenzen und alles Übrige an der Leitung mitzählen. Cloud-Backups, Spiele-Downloads und 4K-Streaming konkurrieren um dieselben Upload- und Download-Spuren.
| Situation | Gleichzeitige Konferenzen | Mindest-Download | Mindest-Upload | Komfortabler Tarif |
|---|---|---|---|---|
| Eine Person im Homeoffice | 1 | 10 Mbit/s | 5 Mbit/s | 50/10 Mbit/s |
| Zwei im Homeoffice plus Streaming | 2 | 25 Mbit/s | 10 Mbit/s | 100/20 Mbit/s |
| Familie mit Online-Unterricht | 3 bis 4 | 50 Mbit/s | 20 Mbit/s | 250/50 Mbit/s oder Glasfaser |
| Kleines Büro, ein Besprechungsraum | 5 bis 8 | 50 Mbit/s | 25 Mbit/s | Business-Glasfaser 100/50 Mbit/s |
| Klassenzimmer mit 25 Schülergeräten | 1 ausgehender Stream, 25 eingehende | 100 Mbit/s | 20 Mbit/s | Eigene Leitung plus LAN-Kabel am Lehrerplatz |
Ein Beispiel aus dem Alltag macht die Tabelle greifbar. In einer Familie in Leipzig sitzen beide Eltern um 10 Uhr in verschiedenen Meetings, während das Kind gleichzeitig am Online-Unterricht teilnimmt. Drei gleichzeitige Upload-Streams verlangen 10 bis 12 Mbit/s Upload; ein Glasfaser- oder Kabeltarif mit 20 Mbit/s Upload trägt das locker, ein VDSL-50-Anschluss mit 10 Mbit/s Upload kippt, sobald die dritte Person dazukommt.
Dieselbe Rechnung gilt für einen Mittelständler in Baden-Württemberg, dessen Vertrieb Kunden in Polen und der Türkei per übersetzter Videokonferenz betreut: Eine Person kommt mit 5 Mbit/s Upload aus, mit dem zweiten Arbeitsplatz im selben Büro verdoppelt sich der Bedarf.
Die Zeile zum Klassenzimmer überrascht. Die Schüler im Raum sehen je einen Stream, der Download skaliert also mit der Klassengröße, während die Lehrkraft nur einen Stream sendet. Ein LAN-Kabel am Lehrerrechner zählt mehr als die reine Geschwindigkeit. Unsere Liste zur Ausstattung für den Online-Unterricht deckt den Rest dieses Aufbaus ab, und die Seite Videokonferenz für Bildung beschreibt die Unterrichtsszenarien.
Unternehmen sollten zusätzlich Veranstaltungen einplanen. Der Planungswert von Microsoft für eine live gestreamte Betriebsversammlung liegt bei 2 Mbit/s pro Zuschauer, bei 1080p bei 3 Mbit/s, sofern kein Enterprise Content Delivery Network den Stream lokal zwischenspeichert. Fünfzig Personen, die eine Ansprache der Geschäftsführung aus einem Büro verfolgen, benötigen allein dafür rund 100 Mbit/s Download.
WLAN, LAN-Kabel und 5G: Wo der Engpass meistens steckt
Die meisten Aussetzer entstehen auf den letzten zehn Metern, nicht im Netz des Anbieters. WLAN teilt die Sendezeit mit jedem Gerät in Reichweite; je mehr Nachbarn, Fernseher und Smartphones konkurrieren, desto höher steigen Latenz und Jitter. Ein LAN-Kabel beendet diesen Wettbewerb vollständig und ist die wirksamste einzelne Maßnahme für alle, die wichtige Konferenzen von einem festen Schreibtisch aus führen.
Wenn Verkabeln nicht möglich ist, holen drei Einstellungen den größten Teil des Unterschieds zurück. Nutzen Sie das 5-GHz-Band, das auch Microsoft in seinen Netzwerkempfehlungen für Teams dem 2,4-GHz-Band vorzieht, weil es weniger Störungen durch Haushaltsgeräte erleidet. Aktivieren Sie Wi-Fi Multimedia oder Quality of Service im Router, damit Echtzeitverkehr an Downloads vorbeizieht. Und stellen Sie den Router um oder ergänzen Sie einen Mesh-Knoten, damit das Meeting-Gerät ein starkes statt ein entferntes Signal sieht.
Die Mobilfunknetze liefern inzwischen zuverlässig die Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen in 1080p, also 3 bis 4 Mbit/s über 5G, und LTE trägt 720p problemlos. Laut Bundesnetzagentur entfielen im Berichtsjahr 2024/2025 bereits 55,3 Prozent aller Mobilfunkmessungen auf 5G. Die Schwachstelle bleibt der Upload, der im Mobilfunk deutlich stärker schwankt als im Glasfasernetz.
Wer per Smartphone oder Hotspot teilnimmt, startet die Kamera mit 720p, hält die Galerieansicht klein und rechnet damit, dass die Plattform beim Zellenwechsel kurz die Auflösung senkt. Die Meeyra-App nutzt dieselbe WebRTC-Technik wie der Browser, die Werte dieses Ratgebers gelten dort unverändert.
Firmen-VPNs verdienen eine eigene Anmerkung. Läuft die Konferenz durch ein VPN, legt es eine zweite Verschlüsselung über bereits verschlüsselte Medien, schickt Pakete zu einem entfernten Gateway und erzwingt oft TCP statt UDP. Microsoft empfiehlt Split Tunneling, damit Meeting-Verkehr das VPN umgeht, und der Rat gilt für jede Plattform. Für den Datenschutz verlieren Sie dadurch nichts: Die Medien sind ohnehin verschlüsselt, bei Meeyra Ende-zu-Ende.
Die Tabelle sagt "reicht", die Konferenz ruckelt trotzdem
Arbeiten Sie die Liste in dieser Reihenfolge ab. Jeder Schritt isoliert eine Variable.
- Führen Sie den Speedtest während des Problems auf demselben Gerät aus und lesen Sie Upload und Jitter vor dem Download ab.
- Stecken Sie für eine Konferenz ein LAN-Kabel ein. Verschwindet das Problem, liegt es am WLAN, nicht am Tarif.
- Pausieren Sie Cloud-Backups, große Downloads und Streaming auf anderen Geräten für die Dauer des Meetings.
- Trennen Sie das VPN oder bitten Sie die IT um Split Tunneling für Meeting-Verkehr.
- Schließen Sie Browser-Tabs, die Video abspielen oder schwere Skripte ausführen, denn die Kodierung konkurriert nicht nur um Bandbreite, sondern auch um Rechenleistung.
- Senken Sie die Kamera auf 720p und wechseln Sie von der Galerie- zur Sprecheransicht.
- Prüfen Sie die Signalanzeige auf jeder Teilnehmerkachel. Eine einzelne rote Kachel zeigt, dass das Problem bei dieser Person liegt.
- Bleibt alles unauffällig, wenden Sie sich mit Ihren Jitter- und Paketverlustwerten an den Anbieter und fragen Sie nach Upload-Kapazität und Leitungsqualität. Liegt die gemessene Rate dauerhaft erheblich unter dem Vertrag, erlaubt § 57 TKG seit 2021 eine Minderung des Entgelts.
Welcher Tarif passt zu Ihren Konferenzen?
Wenn Sie aus diesem Ratgeber zur Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen eine Zahl mitnehmen, dann 5 Mbit/s Upload pro gleichzeitig teilnehmender Person. Dieser Wert deckt ein 1080p-Gruppenmeeting mit Reserve ab und ist zugleich die Zahl, die in älteren Kabel- und DSL-Tarifen am häufigsten fehlt. Kombinieren Sie ihn mit LAN-Kabel oder 5-GHz-WLAN, halten Sie den Jitter unter 30 ms, und die Auflösung regelt sich von selbst.
Meeyra läuft ohne Installation im Browser; der schnellste Test Ihrer Leitung besteht darin, ein kostenloses Meeting zu starten und die Signalanzeige auf Ihrer Kachel zu beobachten. Was ein Meeting darüber hinaus kann, wenn die Verbindung steht, zeigt die Übersicht der Funktionen.
Häufig gestellte Fragen
Reichen 100 Mbit/s als Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen?
Ja. Ein Anschluss mit 100 Mbit/s Download trägt Dutzende gleichzeitige HD-Konferenzen. Entscheidend ist der Upload, der zu diesem Tarif gehört und häufig nur 10 bis 40 Mbit/s beträgt. Teilen Sie den Upload durch 5 Mbit/s, um abzuschätzen, wie viele Personen gleichzeitig in 1080p teilnehmen können.
Wie viel Upload braucht eine Videokonferenz in 1080p?
Planen Sie 3 bis 4 Mbit/s Upload pro Person, die 1080p sendet. Die veröffentlichten Anforderungen der großen Plattformen liegen zwischen 3,6 und 4 Mbit/s, Zoom nennt 3,8 Mbit/s. Mit 5 Mbit/s pro Person bleibt Reserve für die Bildschirmfreigabe.
Warum ruckelt meine Videokonferenz trotz schnellem Internet?
Weil Ruckeln meist durch Jitter, Paketverlust oder eine ausgelastete Upload-Spur entsteht, und keinen dieser Werte misst ein Download-Speedtest. Testen Sie während der Konferenz, lesen Sie Upload und Jitter ab und probieren Sie ein LAN-Kabel, um das WLAN auszuschließen.
Welche Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen brauche ich am Smartphone?
Am Smartphone genügt die Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen in 720p, also rund 1,5 Mbit/s je Richtung; LTE liefert das bequem, 5G weit mehr. Der mobile Upload schwankt stärker als im Festnetz, deshalb senkt die Plattform bei schwachem Signal kurzzeitig die Auflösung.
Wie viel Datenvolumen verbraucht eine Stunde Videokonferenz?
Je nach Summe aus Upload und Download etwa 1 bis 1,35 GB für ein 720p-Gespräch zu zweit und bis zu 3,4 GB für ein 1080p-Gruppenmeeting. Reine Audiokonferenzen liegen bei rund 90 MB pro Stunde. Das Ausschalten der eigenen Kamera streicht die Upload-Hälfte.
Ist WLAN oder LAN-Kabel besser für Videokonferenzen?
Das LAN-Kabel. Eine kabelgebundene Verbindung beseitigt den Wettbewerb um Sendezeit, der im WLAN Jitter und Paketverlust erhöht, und hält die Latenz konstant. Ist Verkabeln unmöglich, nutzen Sie das 5-GHz-Band, aktivieren Sie QoS im Router und bleiben Sie nah am Access Point.
Brauchen Live-Untertitel und KI-Übersetzung zusätzliche Bandbreite?
Nicht in nennenswertem Umfang. Untertitel und Übersetzungen werden als Text übertragen und benötigen wenige Kilobit pro Sekunde, während Video Megabit verbraucht. Für ein übersetztes Meeting brauchen Sie dieselbe Verbindung wie für eine gewöhnliche Videokonferenz.