KI-Übersetzung und Datenschutz: DSGVO-konform übersetzen
KI-Übersetzung ist datenschutzkonform, wenn der Anbieter Audio auf dem Übertragungsweg verschlüsselt, keine Aufnahmen speichert, Ihre Inhalte nicht zum Training nutzt und einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit offengelegten Unterauftragsverarbeitern abschließt. Kostenlose Verbraucher-Tools, die Eingaben speichern, sind die häufigste Ursache für Datenabfluss.
Die Antwort klingt einfach, doch kaum ein Team prüft diese vier Punkte. Man öffnet einen kostenlosen Übersetzer im Browser, kopiert eine Vertragsklausel hinein oder schaltet Live-Untertitel ein und geht davon aus, dass die Worte danach verschwinden. Manchmal stimmt das. Manchmal liegen die Texte jahrelang auf einem Server in einem Drittland. Dieser Ratgeber verfolgt Ihre Worte Schritt für Schritt durch einen übersetzten Call und zeigt, was Sie klären sollten, bevor ein vertrauliches Gespräch über KI-Übersetzung läuft.
Inhalt
- Wohin Ihre Worte in einem übersetzten Call gehen
- Warum Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und KI-Übersetzung selten zusammenpassen
- Fünf typische Datenlecks bei der KI-Übersetzung
- KI-Übersetzung im Datenschutz-Vergleich: fünf Optionen
- Was DSGVO, AI Act und Berufsgeheimnis verlangen
- Praxisbeispiel: Kanzlei-Call mit einem Mandanten in Istanbul
- 10 Fragen an Ihren Anbieter vor dem ersten vertraulichen Call
- So verarbeitet Meeyra übersetzte Sprache
- Wann ein Dolmetscher die sicherere Wahl bleibt
- Häufig gestellte Fragen
Wohin Ihre Worte in einem übersetzten Call gehen
Live-KI-Übersetzung ist kein einzelner Schritt. Sie ist eine Kette aus vier bis fünf Systemen, und jedes sieht Ihr Gespräch in einer anderen Form. Die Sicherheit hängt am schwächsten Glied. Deshalb sollten Sie jede Station kennen.
So sieht der typische Datenfluss in einem cloudbasierten, übersetzten Meeting aus:
- Aufnahme. Ihr Mikrofon nimmt den Ton auf Ihrem eigenen Gerät auf.
- Übertragung. Das Audio läuft über eine verschlüsselte Verbindung zu den Medienservern der Plattform.
- Spracherkennung. Ein Speech-to-Text-Modell wandelt kurze Audiosegmente in geschriebene Sätze um.
- Maschinelle Übersetzung. Ein Übersetzungsmodell überträgt jeden Satz in die Sprache des Zuhörers.
- Ausgabe. Der Zuhörer erhält Untertitel, eine synthetische Stimme oder beides.
- Speicherung. Manche Plattformen behalten Transkripte, Übersetzungen, Zusammenfassungen oder Logs.
| Station | Was verarbeitet wird | Wer es meist verarbeitet | Hauptrisiko | Ihre Frage an den Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Aufnahme | Rohes Audio | Ihr Gerät und Browser | Schadsoftware, offenes Mikrofon | Läuft die Anwendung in einem aktuellen Browser? |
| Übertragung | Verschlüsselte Audiopakete | Medienserver der Plattform | Mitschnitt über unsichere Netze | Ist das Audio auf dem Übertragungsweg verschlüsselt (DTLS-SRTP oder TLS)? |
| Spracherkennung | Audiosegmente | Plattform oder KI-Unterauftragsverarbeiter | Audio wird "zur Qualitätssicherung" behalten | Wird das Audio direkt nach der Verarbeitung gelöscht? |
| Maschinelle Übersetzung | Klartext | Plattform oder KI-Unterauftragsverarbeiter | Text wird geloggt oder fürs Training genutzt | Sind Kundeninhalte vom Training ausgeschlossen? |
| Ausgabe | Untertitel, synthetische Stimme | Plattform, teils ein Sprach-Dienstleister | Untertitel erreichen die falsche Person | Wer sieht welche Untertitel? |
| Speicherung | Transkripte, Zusammenfassungen | Datenbank der Plattform | Lange Aufbewahrung, breite interne Zugriffe | Wie lange bleiben Transkripte, und wer kann sie löschen? |
Die Tabelle zeigt etwas, das die meisten Produktseiten auslassen. Spracherkennung und Übersetzung brauchen lesbares Audio und lesbaren Text. Zwischen Station drei und fünf sieht ein System Ihre Worte im Klartext. Verschlüsselung schützt den Weg zwischen den Systemen, nicht den Moment der Übersetzung selbst.
Warum Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und KI-Übersetzung selten zusammenpassen
Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung halten nur die Teilnehmenden die Schlüssel. Der Server leitet verschlüsselte Medien weiter, die er selbst nicht lesen kann. Für die Vertraulichkeit ist das ideal. Es erklärt aber auch, warum serverseitige KI-Übersetzung auf einem echten Ende-zu-Ende-verschlüsselten Datenstrom nicht funktioniert. Ein Server, der den Ton nicht hört, kann ihn weder transkribieren noch übersetzen. Die technischen Grundlagen erklärt unser Beitrag Was ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
In der Praxis wählen Sie zwischen drei Architekturen:
- Cloud-Übersetzung über verschlüsselte Übertragung. Das Audio reist verschlüsselt zur Plattform, wird zur Verarbeitung entschlüsselt und danach je nach Richtlinie verworfen oder gespeichert. So arbeitet der Großteil der Live-Meeting-Übersetzung, auch Meeyra.
- Übersetzung auf dem Gerät. Das Modell läuft auf Ihrem Smartphone oder Laptop, das Audio verlässt das Gerät nicht. Das verträgt sich mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, kostet aber meist Sprachabdeckung, Genauigkeit und Akkulaufzeit.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Übersetzung. Maximale Vertraulichkeit, aber keine Untertitel und keine übersetzte Sprache.
Fünf typische Datenlecks bei der KI-Übersetzung
Gebrochene Verschlüsselung ist selten. Die meisten echten Vorfälle entstehen durch Richtlinien und Gewohnheiten: was der Anbieter speichert, was er weiterverwendet und was Ihre eigenen Beschäftigten in kostenlose Tools kopieren.
1. Unerwartete Speicherung
2017 stellte der norwegische Rundfunk NRK fest, dass interne Dokumente des Energiekonzerns Statoil öffentlich auffindbar waren. Beschäftigte hatten den kostenlosen Dienst Translate.com genutzt, der hochgeladene Texte speicherte, und ein Teil davon tauchte in Suchmaschinen auf. Laut Nextgov waren darunter Verträge und Kündigungsschreiben.
Die Osloer Börse sperrte daraufhin den Zugang ihrer Beschäftigten zu Online-Übersetzern. Statoil erklärte, es seien keine sensiblen Informationen abgeflossen. Die Lehre blieb trotzdem: "kostenlos" heißt oft "gespeichert".
2. Ihre Eingaben werden Trainingsdaten
Manche Dienste verbessern ihre Modelle mit Kundendaten. Die Datenschutzkonferenz (DSK) behandelt diesen Punkt in ihrer Orientierungshilfe "Künstliche Intelligenz und Datenschutz" vom 6. Mai 2024 direkt. Verantwortliche sollen prüfen, ob Ein- und Ausgabedaten in das Training einfließen und ob sich das ausschließen lässt. Datenschutzrechtlich vorzugswürdig sind nach der DSK Anwendungen, die Ein- und Ausgabedaten gar nicht zu Trainingszwecken verwenden.
3. Unterauftragsverarbeiter und Drittlandtransfer
Viele Übersetzungsfunktionen laufen auf fremder KI-Infrastruktur. Jeder Anbieter in der Kette ist ein Unterauftragsverarbeiter, und jeder kann in einem anderen Land sitzen. Die DSK warnt, dass bei offenen, cloudbasierten KI-Systemen häufig Übermittlungen in Drittstaaten anfallen, für die Kapitel V der DSGVO gilt. Technisch geschlossene Systeme hält sie deshalb für vorzugswürdig. Wie ernst Aufsichtsbehörden das nehmen, zeigte die Berliner Datenschutzbeauftragte im Juni 2025: Sie meldete eine chinesische KI-App wegen unzulässiger Datenübermittlung nach China bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt, wie netzpolitik.org berichtete.
Für Übermittlungen in die USA hat das EU-US Data Privacy Framework im September 2025 die erste Klage vor dem Gericht der EU überstanden (Rechtssache T-553/23). Das Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof (C-703/25 P) ist anhängig. Wer US-Dienste einsetzt, sollte das Verfahren im Blick behalten.
4. Schatten-KI: Beschäftigte nutzen nicht freigegebene Tools
Das größte Risiko sitzt oft im eigenen Haus. 2023 schränkte Samsung generative KI-Tools auf Firmengeräten ein, nachdem Ingenieure internen Quellcode in einen Chatbot hochgeladen hatten, wie die Bangkok Post unter Berufung auf Bloomberg meldete. Auch deutsche Unternehmen sehen das Problem.
Laut Bitkom-Umfrage vom 14. September 2026 unter 603 Unternehmen nutzen inzwischen 57 Prozent KI. Von diesen nennen 66 Prozent die Anforderungen an den Datenschutz als größtes Hemmnis, und 45 Prozent fürchten, dass Unternehmensdaten in falsche Hände geraten.
Die Kosten schwacher KI-Governance zeigen sich auch in Vorfallsdaten. Laut IBM-Studie 2026 meldeten mehr als 20 Prozent der Organisationen einen Angriff auf KI-Modelle oder KI-Anwendungen. Nur 37 Prozent der betroffenen Organisationen verschlüsseln sensible Daten sowohl im Ruhezustand als auch bei der Übertragung.
5. Stimme verrät mehr als Worte
Ein übersetzter Call überträgt Ihre Stimme, nicht nur Ihre Sätze. Der Europäische Datenschutzausschuss weist in seinen Leitlinien zu virtuellen Sprachassistenten darauf hin, dass Sprachdaten personenbezogene Informationen im Inhalt und in Metadaten wie Geschlecht oder Alter tragen. Er bezeichnet Sprachdaten als "inhärent biometrische personenbezogene Daten". Dient die Stimme der Identifizierung oder geht es im Gespräch um Gesundheitsdaten, greift Art. 9 DSGVO.
KI-Übersetzung im Datenschutz-Vergleich: fünf Optionen
Nicht jede Form der KI-Übersetzung birgt dasselbe Risiko. Die Tabelle vergleicht die fünf Varianten, die Teams am häufigsten nutzen, nach ihrer typischen Funktionsweise. Prüfen Sie immer die konkreten Bedingungen für Ihr Produkt und Ihren Tarif. Verbraucher- und Business-Varianten desselben Anbieters folgen oft unterschiedlichen Regeln.
| Option | Wo Ihre Worte verarbeitet werden | Nach Nutzung gespeichert? | Fürs Training genutzt? | Vertrag, den Sie erhalten | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| Kostenloser Verbraucher-Übersetzer (Website oder App) | Cloud des Anbieters, Standort oft unklar | Häufig geloggt, Bedingungen prüfen | Teilweise, sofern Sie nicht widersprechen | Nur Nutzungsbedingungen | Speisekarten, Schilder, öffentliche Texte |
| Business-Übersetzungs-API oder Unternehmenstarif | Cloud des Anbieters, Region oft wählbar | Meist kurz oder konfigurierbar | Meist vertraglich ausgeschlossen | Auftragsverarbeitungsvertrag | Dokumente, interne Abläufe |
| Meeting-Plattform mit integrierter KI-Übersetzung | Server der Plattform plus KI-Unterauftragsverarbeiter | Audio meist verworfen, Transkripte teils gespeichert | Abhängig von den Bedingungen der Plattform | AV-Vertrag der Plattform inklusive Unterauftragsverarbeiter | Live-Meetings in mehreren Sprachen |
| Übersetzung auf dem Gerät | Ihr eigenes Gerät | Bleibt auf dem Gerät | Nein, sofern vollständig offline | Nicht erforderlich | Reisen, sehr vertrauliche Zweiergespräche |
| Professionelle Dolmetscherin oder professioneller Dolmetscher | Dolmetschende plus Call-Plattform | Notizen, je nach Vereinbarung | Nein | Auftrag mit Verschwiegenheitsklausel | Recht, Medizin, kritische Verhandlungen |
Zwei Muster fallen auf. Erstens zählt der Vertrag mehr als die Technik. Ein Business-Tarif mit AV-Vertrag und Trainingsausschluss ist sicherer als dasselbe Modell in einer Verbraucher-App. Zweitens bündelt eine Meeting-Plattform mit integrierter Übersetzung die gesamte Kette unter einem Vertrag. Das lässt sich leichter prüfen als ein Meeting-Tool plus separater Übersetzer plus separater Notiz-Bot. Welche Plattformen hier überzeugen, zeigt unser Vergleich DSGVO-konformer Videokonferenz-Anbieter.
Was DSGVO, AI Act und Berufsgeheimnis verlangen
Datenschutz bei der KI-Übersetzung ist nicht nur gute Praxis. In vielen Fällen ist er Pflicht. Diese Regeln begegnen Ihnen am häufigsten.
DSGVO
- Auftragsverarbeitung. Art. 28 DSGVO verlangt einen Vertrag mit jedem Anbieter, der personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Unterauftragsverarbeiter darf der Anbieter nur mit Ihrer Genehmigung einsetzen.
- Besondere Kategorien. Art. 9 DSGVO schränkt die Verarbeitung von Gesundheits-, biometrischen und ähnlichen Daten ein. Ein übersetztes Arztgespräch fällt eindeutig darunter.
- Datenschutz-Folgenabschätzung. Art. 35 DSGVO fordert eine DSFA bei hohem Risiko, etwa wenn Sie regelmäßig Gespräche mit Patientinnen, Patienten oder Beschäftigten übersetzen.
- Drittlandtransfer. Für Daten, die die EU verlassen, brauchen Sie einen Angemessenheitsbeschluss oder geeignete Garantien. Die EU-Kommission führt die aktuelle Liste der Angemessenheitsbeschlüsse.
AI Act
Art. 50 der KI-Verordnung gilt seit dem 2. August 2026. Menschen müssen erfahren, dass sie direkt mit einem KI-System interagieren, sofern das nicht offensichtlich ist. Anbieter von Systemen, die synthetisches Audio erzeugen, müssen die Ausgabe zudem maschinenlesbar als künstlich erzeugt kennzeichnen. Das kann auch eine synthetische Stimme betreffen, die eine Übersetzung vorliest. Für Systeme, die vor August 2026 auf dem Markt waren, gilt die Kennzeichnungspflicht nach dem Digital-Omnibus erst ab dem 2. Dezember 2026.
Berufsgeheimnis nach § 203 StGB
Für Anwältinnen, Ärzte, Steuerberater und andere Berufsgeheimnisträger reicht die DSGVO allein nicht. § 203 StGB erlaubt die Offenbarung an mitwirkende Personen, soweit sie für deren Tätigkeit erforderlich ist. Strafbar macht sich aber, wer nicht dafür sorgt, dass diese Personen zur Geheimhaltung verpflichtet sind, und eine von ihnen das Geheimnis dann unbefugt offenbart.
Für die Anwaltschaft konkretisiert § 43e BRAO die Anforderungen an Dienstleister: Vertrag in Textform, Verpflichtung zur Verschwiegenheit mit Belehrung über die strafrechtlichen Folgen und eine Regel für weitere Unterauftragnehmer.
Praxisbeispiel: Kanzlei-Call mit einem Mandanten in Istanbul
Eine Münchner Kanzlei für Wirtschaftsrecht berät einen türkischen Familienunternehmer beim Kauf einer deutschen Zulieferfirma. Der Mandant spricht Türkisch, der Partner Deutsch. Im Videocall geht es um Kaufpreis, Haftungsrisiken und die Verhandlungsstrategie gegenüber der Gegenseite.
Hier treffen drei Pflichten zusammen: DSGVO, anwaltliche Verschwiegenheit und Drittlandbezug. Die Kanzlei sollte den KI-Übersetzungsdienst wie einen Dienstleister nach § 43e BRAO behandeln und vier Schritte gehen:
- Einen Vertrag in Textform mit Verschwiegenheitsverpflichtung und AV-Regelung abschließen.
- Prüfen, wo der Dienst und seine Unterauftragsverarbeiter das Audio verarbeiten. Bei Verarbeitung im Ausland verlangt § 43e Abs. 4 BRAO einen vergleichbaren Geheimnisschutz.
- Die Einwilligung des Mandanten einholen, denn die Übersetzung dient unmittelbar diesem einzelnen Mandat (§ 43e Abs. 5 BRAO).
- Transkripte nach dem Call in die Handakte übernehmen und die Kopie auf der Plattform löschen lassen.
10 Fragen an Ihren Anbieter vor dem ersten vertraulichen Call
Nutzen Sie diese Liste, wenn Sie ein Tool für KI-Übersetzung in Meetings bewerten. Stellen Sie die Fragen schriftlich und legen Sie die Antworten zu Ihrem Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten.
| Nr. | Frage | Gute Antwort | Warnsignal |
|---|---|---|---|
| 1 | Ist das Audio auf dem Übertragungsweg verschlüsselt? | Ja, DTLS-SRTP oder TLS auf jeder Verbindung | "Sichere Server" ohne Details |
| 2 | Wird das Audio nach der Übersetzung gespeichert? | Nein, Löschung direkt nach der Verarbeitung | Aufbewahrung "zur Qualitätsverbesserung" |
| 3 | Werden Transkripte gespeichert, und wo? | Klares Ja oder Nein, mit Ort und Frist | Keine klare Antwort |
| 4 | Fließen unsere Inhalte ins Training? | Nein, vertraglich ausgeschlossen | Widerspruch tief in den Einstellungen |
| 5 | Welche Unterauftragsverarbeiter verarbeiten Audio und Text? | Im AV-Vertrag oder in der Datenschutzerklärung genannt | "Vertrauenswürdige Partner" ohne Namen |
| 6 | In welchen Ländern sitzen sie? | Konkrete Länder plus Transfergrundlage | Unbekannt |
| 7 | Kann die Moderation die Übersetzung für einzelne Teilnehmende abschalten? | Ja, direkt im Meeting | Nur alles oder nichts |
| 8 | Können wir Transkripte und Meeting-Verlauf löschen? | Ja, auf Anfrage oder in den Einstellungen | Nur durch Kündigung oder gar nicht |
| 9 | Unterzeichnen Sie einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO? | Ja, für jeden Kunden | Nur Nutzungsbedingungen |
| 10 | Erkennen Teilnehmende, dass KI im Einsatz ist? | Klarer Hinweis im Meeting | Teilnehmende erfahren nichts |
Für das übrige Meeting-Setup kombinieren Sie diese Liste mit unserer Videokonferenz-Sicherheit-Checkliste. Übersetzung ist eine Kontrolle unter vielen. Sie ersetzt weder Passwörter noch Moderationsrechte oder Zugangsregeln.
So verarbeitet Meeyra übersetzte Sprache
Damit Sie die Fragen oben direkt abgleichen können, beschreiben wir hier nüchtern, wie die Übersetzung in Meeyra funktioniert.
- Verschlüsselt auf dem Übertragungsweg. Audio und Video laufen über verschlüsselte WebRTC-Verbindungen (DTLS-SRTP) zwischen Ihrem Browser und den Meeyra-Servern. Für übersetzte Meetings beansprucht Meeyra keine strikte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, denn für die Übersetzung muss der Server das Audio verarbeiten.
- Übersetzung im Meeting selbst. Der Übersetzungsprozess läuft innerhalb des Meetings. Es ist kein separater Bot, den Sie aus einer anderen App einladen.
- Kurze Segmente, kein gespeichertes Audio. Die Sprache wird in kurze Segmente geteilt und zur Spracherkennung und Übersetzung an KI-Unterauftragsverarbeiter übermittelt. Temporäre Audiodateien werden direkt nach der Verarbeitung jedes Segments gelöscht. Meeyra speichert keine Aufnahmen Ihrer Stimme.
- Untertitel nur, wo nötig. Übersetzte Untertitel erhalten nur Teilnehmende, die eine andere Sprache gewählt haben. Die synthetische Stimme ist für jeden Zuhörer optional.
- Transkripte unter Ihrer Kontrolle. Bei aktiver Übersetzung speichert Meeyra ein Texttranskript der Originalsätze und ihrer Übersetzungen beim Meeting. In Tarifen mit Transkript sehen Sie es nach dem Meeting zusammen mit einer KI-Zusammenfassung im Dashboard. Die Löschung Ihres Kontos und Ihres Meeting-Verlaufs können Sie jederzeit beantragen.
- Moderationsrechte. Der Host schaltet Übersetzung, Mikrofon, Kamera, Chat und Bildschirmfreigabe für jede Person einzeln ein oder aus.
Wann ein Dolmetscher die sicherere Wahl bleibt
KI-Übersetzung bewältigt die meisten Geschäftsgespräche gut, doch manche Gespräche verdienen einen Menschen. Setzen Sie professionelle Dolmetschende ein, wenn ein falsch übersetzter Satz ein Verfahren, eine Diagnose oder einen großen Vertrag kippen kann. Das gilt auch, wenn Gesetz oder Berufsrecht eine namentlich verantwortliche Person verlangen, etwa vor Gericht oder bei bestimmten medizinischen Aufklärungen.
Viele Teams arbeiten inzwischen hybrid. KI-Übersetzung übernimmt Jour fixe, Vertriebsgespräche und Support. Eine Dolmetscherin kommt für die wenigen Termine dazu, in denen Mandatsgeheimnis oder Patientensicherheit auf dem Spiel stehen. Wenn Sie für den Alltag noch ein Werkzeug suchen, vergleicht unser Ratgeber KI-Übersetzer für Unternehmen die Optionen. Unser Beitrag zur Dolmetscher-App für Videoanrufe zeigt, wie das im Call aussieht.
Häufig gestellte Fragen
Ist KI-Übersetzung für vertrauliche Geschäftsgespräche sicher?
Ja, wenn das Tool Audio auf dem Übertragungsweg verschlüsselt, das Audio nach der Verarbeitung löscht, Ihre Inhalte vom Training ausschließt und einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO abschließt. Kostenlose Verbraucher-Übersetzer erfüllen selten alle vier Punkte und gehören nicht in vertrauliche Gespräche.
Speichern KI-Übersetzer, was ich sage?
Das hängt vom Anbieter ab. Manche verwerfen Audio direkt nach der Verarbeitung, manche speichern Texttranskripte zur späteren Ansicht, und manche Verbraucherdienste loggen Eingaben. Prüfen Sie in der Datenschutzerklärung die Speicherfristen und ob Transkripte gespeichert werden.
Kann KI-Übersetzung Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein?
Nur wenn die Übersetzung auf Ihrem eigenen Gerät läuft. Serverseitige KI-Übersetzung braucht lesbares Audio, deshalb entschlüsselt die Plattform es zur Verarbeitung. Der ehrliche Standard für Cloud-Übersetzung lautet: Verschlüsselung auf dem Übertragungsweg und keine gespeicherten Aufnahmen.
Sind Sprachdaten biometrische Daten nach der DSGVO?
Der Europäische Datenschutzausschuss bezeichnet Sprachdaten als inhärent biometrisch. Werden sie zur Identifizierung einer Person verarbeitet oder enthält das Gespräch Gesundheitsdaten, gilt Art. 9 DSGVO und Sie brauchen eine besondere Rechtsgrundlage.
Dürfen Anwälte und Ärzte KI-Übersetzung im Mandanten- oder Patientengespräch nutzen?
Ja, unter Bedingungen. Nach § 203 StGB müssen Berufsgeheimnisträger dafür sorgen, dass mitwirkende Dienstleister zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Für Anwältinnen und Anwälte schreibt § 43e BRAO zusätzlich einen Vertrag in Textform und bei mandatsbezogenen Diensten die Einwilligung des Mandanten vor.
Was ist der sicherste Weg, ein sensibles Gespräch zu übersetzen?
Nutzen Sie eine Meeting-Plattform mit integrierter Übersetzung unter einem AV-Vertrag, schalten Sie die Übersetzung nur für Teilnehmende ein, die sie brauchen, und löschen Sie nicht mehr benötigte Transkripte. Bei Mandatsgeheimnis oder ärztlicher Aufklärung ziehen Sie zusätzlich Dolmetschende hinzu.
Nutzt Meeyra meine Gespräche zum Training von KI-Modellen?
Nein. Laut Datenschutzerklärung nutzt Meeyra Sprachdaten ausschließlich für die Echtzeit-Übersetzung, und KI-Unterauftragsverarbeiter dürfen sie für keinen anderen Zweck verwenden. Meeyra speichert keine Audioaufnahmen Ihrer Stimme.
KI-Übersetzung ist für die meisten internationalen Meetings inzwischen gut genug. Ob sie auch datenschutzkonform genug ist, entscheidet weniger das Modell als der Vertrag, der Datenfluss und die Gewohnheiten der Menschen, die sie nutzen. Stellen Sie die zehn Fragen, dokumentieren Sie die Antworten und wählen Sie das Werkzeug passend zur Vertraulichkeit jedes Gesprächs.
Wenn Sie sehen möchten, wie sich ein übersetzter Call verhält, bevor Sie ihn im Team ausrollen, erstellen Sie ein kostenloses Meeyra-Konto. Neue Konten enthalten 60 Minuten KI-Übersetzung zum Testen mit einer echten Kollegin oder einem Kollegen. Welche Tarife Transkripte und Zusammenfassungen enthalten, zeigt die Preisseite.