Webinar durchführen: 12 Tipps für mehr Teilnehmer und Interaktion
Wer ein Webinar durchführen und die Teilnahme messbar steigern will, braucht keine neue Software, sondern Disziplin bei zwölf Details: Dienstag um 11 oder 14 Uhr, drei Erinnerungen mit Kalendereintrag, alle 5 bis 10 Minuten ein Aufmerksamkeits-Reset, moderiertes Q&A und Follow-up binnen 24 Stunden. Typisch erscheinen 44 bis 52 Prozent der Angemeldeten live.
Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die bereits Webinare veranstalten und bessere Zahlen wollen. Wenn Sie Ihr erstes Webinar noch aufsetzen oder Aufzeichnungen automatisiert ausspielen möchten, finden Sie im Beitrag zu automatisierter Webinar-Software den technischen Unterbau. Hier geht es um die zwölf Stellschrauben entlang des Trichters: vor, während und nach der Session, jeweils mit dem Richtwert, an dem Sie sich messen können.
Die Zahlen stammen aus zwei großen Datensätzen von 2026. Livestorm hat 4,35 Millionen Anmeldungen aus 33.786 Sessions ausgewertet (veröffentlicht im September 2026), der Contrast-Report 2026 stützt sich auf mehr als eine Million Angemeldete. Beide Anbieter werten ihre eigenen Plattformen aus. Verstehen Sie die Werte deshalb als Orientierung, nicht als Naturgesetz. Wo sich die beiden widersprechen, sagt dieser Leitfaden das offen.
Inhaltsverzeichnis
- Vier Kennzahlen, bevor Sie ein Webinar durchführen
- Vor dem Webinar: fünf Tipps für mehr Teilnehmer
- Während Sie das Webinar durchführen: fünf Tipps für Interaktion
- Nach dem Webinar: zwei Tipps, die Aufmerksamkeit in Ergebnisse verwandeln
- Datenschutz: Was beim Webinar durchführen in Deutschland gilt
- Checkliste: ein Webinar durchführen, vorher und nachher
- Was Meeyra dazu beiträgt
- Häufig gestellte Fragen
Vier Kennzahlen, bevor Sie ein Webinar durchführen
Bevor Sie etwas ändern, ziehen Sie vier Werte aus Ihren letzten drei Webinaren: die Live-Quote (Anteil der Angemeldeten, die live erscheinen), die Gesamt-Sehquote inklusive Aufzeichnung, die Minute, ab der Zuschauer abspringen, und den Anteil der Teilnehmenden, die Ihren Call-to-Action angeklickt haben. Jeder der zwölf Tipps zielt auf eine dieser vier Zahlen.
| Kennzahl | Richtwert 2026 | Quelle | Was eine Lücke meist bedeutet |
|---|---|---|---|
| Live-Quote | 51,3 % (Schnitt 2025); 44–50 % typisch | Livestorm; Contrast | Erinnerungen oder Termin |
| Gesamt-Sehquote, live plus Aufzeichnung | 61 % der Angemeldeten | Contrast | Aufzeichnung nicht beworben |
| Anteil der Abrufe on demand | 42 % | Contrast | Die Aufzeichnung ist ein zweites Publikum |
| Erster großer Absprung | um Minute 22 | Contrast | Dramaturgie des Ablaufs |
| Abschlussquote einer 60-Minuten-Session | 37 % | Contrast | Länge passt nicht zur Tiefe |
| Anmeldungen in den letzten 7 Tagen | 49–50 % | beide | Bewerbung endet zu früh |
| Anmeldungen am Veranstaltungstag | 14–15 % | beide | Kein Push am selben Tag |
Nutzen Sie die Lücke als Wegweiser. Erscheinen nur 35 Prozent der Angemeldeten, hilft keine Umfrage der Welt; das Problem liegt vor dem Start. Ist die Live-Quote gesund, aber die Zuschauer verschwinden um Minute 20, gehört die Korrektur in den Ablaufplan. Livestorm misst zudem einen Anstieg der Live-Quote von 48,9 Prozent (2024) auf 51,3 Prozent (2025). Wer seit zwei Jahren nichts verändert hat, liegt heute leicht unter dem Schnitt.
Das Publikum dafür ist da. Laut Eurostat haben 2025 in Deutschland 78,7 Prozent der Menschen im Internet telefoniert oder Videoanrufe geführt, einen Online-Kurs belegten aber nur 10,1 Prozent, deutlich weniger als im EU-Schnitt von 16,2 Prozent. Und nach Destatis arbeitete 2025 ein Viertel aller Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice, in der IT-Branche und der Unternehmensberatung sogar 74 Prozent.
Vor dem Webinar: fünf Tipps für mehr Teilnehmer
1. Den Termin aus Daten ableiten und dann beibehalten
Beide Datensätze sehen den Dienstag vorn. Livestorm misst dienstags eine Live-Quote von 51,7 Prozent und montags 51,5 Prozent; Donnerstag und Freitag fallen ab. Contrast kommt auf 50 Prozent am Dienstag und je 47 Prozent am Mittwoch und Donnerstag. Das sichere Fenster liegt also am Anfang bis zur Mitte der Woche, und die Unterschiede zwischen den besten Tagen betragen nur wenige Prozentpunkte.
Bei der Uhrzeit ist der Effekt ähnlich moderat. Contrast verzeichnet die höchste Live-Teilnahme um 14 Uhr (55 Prozent), während 11 Uhr Ortszeit der häufigste Startzeitpunkt ist: 27 Prozent der Webinare auf der Plattform beginnen dann. Schwach sind laut Livestorm die Mittagspause, alles vor 9 Uhr und alles nach 16 Uhr.
Stärker wirkt die Jahreszeit. Livestorms Monatsdaten reichen von 50,4 Prozent im Januar bis 42,9 Prozent im August, eine größere Spanne als bei jedem Wochentag. Legen Sie wichtige Webinare in den Januar, September oder November und nutzen Sie den August für Aufzeichnungen.
| Entscheidung | Stark | Schwach | Beleg |
|---|---|---|---|
| Wochentag | Dienstag; Montag und Mittwoch knapp dahinter | Freitag, Sonntag | Livestorm 51,7 % am Dienstag; Contrast 50 % |
| Uhrzeit (Zeitzone des Publikums) | 11 oder 14 Uhr | Mittagspause, vor 9, nach 16 Uhr | Contrast 55 % um 14 Uhr |
| Monat | Januar, September, November | August | Livestorm 50,4 % im Januar vs. 42,9 % im August |
| DACH plus USA | 17 Uhr deutscher Zeit (11 Uhr an der US-Ostküste) | Später Nachmittag in den USA | Livestorm-Empfehlung 11 a.m. ET |
Achten Sie bei internationalem Publikum auf die Wochen der Zeitumstellung. Laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt (PTB) endet die Sommerzeit 2026 am 25. Oktober, die USA stellen erst am 1. November um. In dieser Woche liegen zwischen Berlin und New York nur fünf statt sechs Stunden, und eine Einladung mit „17 Uhr" ohne Zeitzone führt zu verpassten Terminen. Istanbul liegt übrigens ganzjährig bei UTC+3, im Sommer eine und im Winter zwei Stunden vor Berlin.
Haben Sie einen Termin gefunden, behalten Sie ihn für die ganze Reihe bei. Ein fester Wochentag schafft Gewohnheit beim Publikum und liefert Ihnen eine saubere Vergleichsbasis für Tipp 12.
2. Ein Ergebnis versprechen, nicht ein „Webinar"
Nur 16 Prozent der Marketer verwenden das Wort „Webinar" noch im Titel, berichtet Contrast; die übrigen setzen auf „Workshop", „Masterclass" oder „Live-Training". Der Titel ist das Versprechen, und „Webinar: Produkt-Update Q3" verspricht nichts. „Onboarding-Zeit halbieren: 45 Minuten Praxisanalyse" sagt, was man mitnimmt.
Halten Sie das Anmeldeformular kurz. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist ein Grund, die Seite zu verlassen, und in Deutschland zugleich eine Datenschutzfrage: Nach dem Grundsatz der Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO) erheben Sie nur, was Sie für die Durchführung brauchen. Nennen Sie Referentin oder Referenten, zeigen Sie die Agenda in drei Zeilen und geben Sie die Dauer an. Menschen planen um das Ende herum, nicht um den Beginn.
3. Den Kalendereintrag in die Bestätigungsmail legen
Die Bestätigungsmail kommt an, wenn das Interesse am größten ist. Fügen Sie genau dort eine .ics-Datei oder „Zum Kalender hinzufügen"-Links ein, nicht erst in der letzten Erinnerung. Steht die Session im Kalender, konkurriert sie auf Augenhöhe mit anderen Terminen, statt in einem Postfach zu verschwinden.
Legen Sie den Zugangslink auch in den Kalendereintrag. Am Veranstaltungstag öffnen die Teilnehmenden ihren Kalender, nicht Ihre Anmeldeseite, und jede Suche nach dem richtigen Link kostet Sie Publikum.
4. Drei Erinnerungen, jede mit Zugangslink
Die meisten Veranstalter verschicken zwei Erinnerungen. Contrast berichtet, dass Veranstalter mit einer dreistufigen Sequenz (am Vortag, eine Stunde vorher und fünf Minuten vorher) eine um 27 Prozent höhere Live-Teilnahme erreichen. Setzen Sie den Zugangslink in jede Erinnerung, damit niemand nach der Bestätigungsmail suchen oder sich einloggen muss.
Halten Sie Erinnerungen rein organisatorisch: Uhrzeit, Link, was vorzubereiten ist. Das hat einen rechtlichen Grund. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG stets eine unzumutbare Belästigung. Der BGH hat entschieden, dass eine automatische Eingangsbestätigung selbst keine Werbung ist, eine darin eingefügte Werbung aber Werbung bleibt (VI ZR 134/15). Eine rein organisatorische Webinar-Erinnerung hat der BGH nicht ausdrücklich beurteilt, doch die Linie ist klar: Ein Satz wie „Übrigens, unser neues Produkt …" macht aus der Erinnerung eine Werbemail.
5. Bis zum Start weiter bewerben
Anmelden ist ein Last-Minute-Verhalten. Laut Livestorm gehen 49,6 Prozent der Anmeldungen in der letzten Woche ein und 15,3 Prozent am Veranstaltungstag selbst. Die Contrast-Werte liegen fast gleichauf bei 49 und 14 Prozent, und nur 3 Prozent melden sich mehr als vier Wochen vorher an. Beginnen Sie früh für die Sichtbarkeit, heben Sie sich den stärksten Newsletter, die Social-Media-Posts und die Partnerkommunikation aber für die letzten sieben Tage auf und senden Sie am Morgen des Termins eine letzte Nachricht.
Wer sich am selben Tag anmeldet, geht am leichtesten verloren, weil die meisten Erinnerungen schon verschickt sind. Stellen Sie sicher, dass Ihr System auch diesen Personen die Nachrichten eine Stunde und fünf Minuten vorher schickt.
Während Sie das Webinar durchführen: fünf Tipps für Interaktion
6. Jeden Klick zwischen Erinnerung und Raum entfernen
Wer ein Webinar durchführen will, verliert bei jedem Schritt zwischen Zugangslink und erster Folie Teilnehmende: ein App-Download, ein Passwort, ein Pflichtkonto, ein nicht unterstützter Browser. Testen Sie den Weg der Teilnehmenden selbst, auf einem abgesicherten Firmenlaptop und auf einem Smartphone. Gerade in Unternehmen mit strengen IT-Richtlinien scheitert der Download oft an fehlenden Administratorrechten. Lässt er sich nicht vermeiden, kündigen Sie ihn in der Bestätigungsmail an, nicht am Tag selbst.
Öffnen Sie den Raum zehn Minuten vorher mit einer Warteschleifen-Folie, damit Früherscheinende wissen, dass sie richtig sind. Testen Sie das Mikrofon im tatsächlichen Raum; unser Ratgeber zum Unterdrücken von Hintergrundgeräuschen erklärt die vier Ebenen, auf die es ankommt. Ton schlägt Bild: Ein weiches Bild verzeiht das Publikum weit länger als abgehackten Ton.
7. In den ersten fünf Minuten zum Mitmachen bringen
Die erste Interaktion setzt die Norm für die restliche Stunde. Stellen Sie in den ersten fünf Minuten, noch vor der Agenda-Folie, eine Ein-Klick-Umfrage („Wie groß ist Ihr Team?") oder eine Chat-Frage („Aus welcher Stadt sind Sie dabei?"). Wer einmal getippt hat, tippt meist wieder.
Nur 46 Prozent der Webinare auf der Contrast-Plattform nutzen Live-Umfragen. Die meisten Veranstalter lassen also das günstigste Interaktionswerkzeug liegen. Hat Ihre Plattform keine Umfragen, erfüllt eine Chat-Frage denselben Zweck. Bei großem Publikum bitten Sie um eine einzelne Zahl oder ein Emoji, damit der Chat lesbar bleibt.
8. Alle 5 bis 10 Minuten die Aufmerksamkeit neu setzen
Nach den Contrast-Daten liegt der erste große Absprung um Minute 22, und nur 37 Prozent der Zuschauer bleiben bis zum Ende einer 60-Minuten-Session. Für dieses Muster gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. In einer Studie in PNAS von 2013 teilten Psychologen der Harvard University eine 21-minütige Online-Vorlesung in vier Abschnitte von etwa fünf Minuten. Studierende, die nach jedem Abschnitt kurze Fragen beantworteten, gaben nur bei 19 Prozent der Abfragen an, gedanklich abgeschweift zu sein, gegenüber 39 und 41 Prozent in den Vergleichsgruppen.
Die getestete Gruppe machte zudem mehr Notizen und beantwortete 89 Prozent der Fragen zum letzten Abschnitt richtig, gegenüber 65 und 70 Prozent. Übertragen auf Ihren Ablaufplan heißt das: alle 5 bis 10 Minuten ein Wechsel des Modus, etwa eine Umfrage, eine Live-Demo, eine zweite Stimme, eine Frage an den Chat oder eine Zusammenfassung auf einer Folie. Platzieren Sie Ihr stärkstes Material, etwa eine überraschende Zahl oder ein Kundenbeispiel, kurz vor Minute 20, wenn die Aufmerksamkeit am brüchigsten ist.
9. Q&A als eigenen Programmpunkt planen
Das Live-Q&A ist oft der Teil, für den die Leute gekommen sind. Planen Sie dafür einen festen Block von 10 bis 15 Minuten statt der Restzeit. Drei Gewohnheiten machen den Unterschied:
- Öffnen Sie den Fragenkanal gleich zu Beginn und laden Sie dazu ein, Fragen sofort zu stellen.
- Stellen Sie die erste Frage selbst oder über eine Kollegin, damit die Liste nie leer beginnt.
- Setzen Sie eine Moderation ein, die ähnliche Fragen bündelt und vorliest, damit die Referentin nie selbst durch den Chat scrollen muss.
10. Barrierefrei und verständlich für alle
Denken Sie daran, wer sonst noch zuhört. Die WHO schätzt, dass 430 Millionen Menschen, mehr als 5 Prozent der Weltbevölkerung, mit einer behindernden Hörminderung leben. Und im DACH-Raum sitzen in vielen Fachpublika Menschen, die Deutsch als Zweit- oder Drittsprache sprechen.
Rechtlich ist die Lage differenziert. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 für bestimmte Produkte und Dienstleistungen, die sich an Verbraucher richten. Dienstleistungen, die ausschließlich im B2B-Bereich angeboten werden, „sollten also nicht vom BFSG betroffen sein", schreibt die Bundesfachstelle Barrierefreiheit. Öffentliche Stellen müssen ihre elektronischen Angebote dagegen nach § 1 BITV 2.0 barrierefrei gestalten. Ob Pflicht oder nicht: Barrierefreiheit hilft allen im Publikum.
Drei Maßnahmen helfen allen: Untertitel einschalten, zentrale Zahlen auf die Folie schreiben statt sie nur zu sagen, und auf Redewendungen verzichten, die eine Übersetzung nicht überleben. Kommen Ihre Angemeldeten aus mehreren Ländern, ermöglicht Live-Übersetzung, dass jede Person der Session in ihrer eigenen Sprache folgt, statt dass Sie pro Markt eine eigene Veranstaltung durchführen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt unser Leitfaden zum mehrsprachigen Webinar.
Nach dem Webinar: zwei Tipps, die Aufmerksamkeit in Ergebnisse verwandeln
11. Follow-up binnen 24 Stunden, in zwei Varianten
Aufzeichnungen sind kein Trostpreis. Auf der Contrast-Plattform entfallen 42 Prozent der Abrufe auf On-Demand-Ansichten, und 61 Prozent der Angemeldeten sehen das Webinar live oder später. Senden Sie das Follow-up innerhalb von 24 Stunden an alle Angemeldeten, in zwei Varianten: „Danke für Ihre Teilnahme, hier sind Aufzeichnung und nächster Schritt" für die Teilnehmenden und „Schade, dass Sie es nicht geschafft haben, hier ist die Aufzeichnung" für alle anderen.
Legen Sie die Folien, Antworten auf offene Fragen und genau einen Call-to-Action bei. Soll die Aufzeichnung über Monate weiterarbeiten, leistet das ein Evergreen-Setup; die Optionen finden Sie im Vergleich zu automatisierter Webinar-Software.
12. Pro Webinar eine Variable ändern und messen
Der schnellste Weg zu besseren Webinaren ist unspektakulär: Jedes Mal, wenn Sie ein Webinar durchführen, ändern Sie genau eine Sache und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihren vier Kennzahlen. Verlegen Sie die Uhrzeit von 14 auf 11 Uhr, ergänzen Sie die Fünf-Minuten-Erinnerung oder kürzen Sie von 60 auf 45 Minuten, aber nicht alles gleichzeitig, sonst wissen Sie nie, was gewirkt hat.
Die Länge eignet sich gut als erster Test. Nach Contrast ziehen 60-Minuten-Webinare die meisten Anmeldungen an, während 90-Minuten-Sessions die höchste Live-Quote erreichen (67 Prozent) und 30-Minuten-Sessions die niedrigste (44 Prozent). Längere Formate ziehen ein festgelegtes Publikum an; kürzere brauchen ein sehr konkretes Versprechen, um mitzuhalten.
Datenschutz: Was beim Webinar durchführen in Deutschland gilt
In Deutschland entscheidet nicht nur die Dramaturgie über den Erfolg, sondern auch die Frage, ob Anmeldeformular, Aufzeichnung und Follow-up einer Prüfung standhalten. Vier Punkte sollten Sie kennen.
- Werbe-Follow-ups nur mit Einwilligung. Die Bestandskunden-Ausnahme des § 7 Abs. 3 UWG knüpft an den „Verkauf einer Ware oder Dienstleistung" an; ob eine kostenlose Webinar-Anmeldung darunter fällt, ist zweifelhaft. Planen Sie deshalb mit einer ausdrücklichen Einwilligung im Double-Opt-in-Verfahren und dokumentieren Sie sie vollständig, wie es der BGH verlangt (I ZR 164/09).
- Keine Kopplung. Die Teilnahme darf nicht davon abhängen, dass jemand dem Newsletter zustimmt. Nach dem DSK-Kurzpapier Nr. 20 ist eine Einwilligung „regelmäßig nicht" freiwillig, wenn die Vertragserfüllung von einer nicht erforderlichen Einwilligung abhängig gemacht wird (Art. 7 Abs. 4 DSGVO, sogenanntes Koppelungsverbot).
- Aufzeichnung nur nach Einwilligung und mit Hinweis. Die Orientierungshilfe Videokonferenzsysteme der DSK hält fest, dass für eine Aufzeichnung regelmäßig eine Einwilligung erforderlich ist und die Aufzeichnungsfunktion in der Voreinstellung deaktiviert sein muss. Veranstalter können dabei „nicht lediglich auf die Datenschutzbestimmungen des eingesetzten Dienstes verweisen". Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort unbefugt aufnimmt, riskiert zudem eine Straftat nach § 201 StGB.
- Auch die Feedback-Umfrage ist Werbung. Der BGH ordnet eine Kundenzufriedenheitsbefragung per E-Mail als Direktwerbung ein (VI ZR 225/17). Die Frage „Wie hat Ihnen das Webinar gefallen?" gehört deshalb ans Ende der Live-Session, nicht ungefragt ins Postfach.
Checkliste: ein Webinar durchführen, vorher und nachher
Die folgende Tabelle bündelt die zwölf Tipps in terminierten Aufgaben. Übernehmen Sie sie in Ihren Projektplan, wann immer Sie ein Webinar durchführen.
| Wann | Aufgabe | Tipp |
|---|---|---|
| 3–4 Wochen vorher | Termin im Fenster Dienstag–Mittwoch festlegen; ergebnisorientierter Titel und kurzes Formular | 1, 2 |
| Bei jeder Anmeldung | Bestätigungsmail mit Kalendereintrag und Zugangslink | 3 |
| Letzte 7 Tage | Stärkste Bewerbungsphase inklusive Partner und Social Media | 5 |
| 48 Stunden vorher | Weg der Teilnehmenden auf Laptop und Smartphone testen; Mikrofon prüfen | 6 |
| Vortag | Erinnerung 1 mit Zugangslink und Vorbereitungshinweisen | 4 |
| 1 Stunde vorher | Erinnerung 2; Raum zehn Minuten vorher mit Warteschleifen-Folie öffnen | 4, 6 |
| 5 Minuten vorher | Erinnerung 3 | 4 |
| Minute 0–5 | Erste Umfrage oder Chat-Frage | 7 |
| Alle 5–10 Minuten | Wechsel des Modus; stärkstes Material vor Minute 20 | 8 |
| Letzte 10–15 Minuten | Moderiertes Q&A, danach ein Call-to-Action | 9 |
| Binnen 24 Stunden | Zwei Follow-up-Varianten für Teilnehmende und Nichterschienene | 11 |
| Binnen 7 Tagen | Vier Kennzahlen vergleichen; eine Variable für das nächste Mal wählen | 12 |
Was Meeyra dazu beiträgt
Meeyra ist eine browserbasierte Meeting-Plattform, keine vollständige Webinar-Suite. Deshalb hier genau, was sie abdeckt. Teilnehmende treten über einen Link im Browser bei, ohne Download und ohne Konto, was die Hürde aus Tipp 6 beseitigt. Als Host legen Sie Raumregeln fest, schalten etwa Mikrofone, Kameras oder Bildschirmfreigabe der Teilnehmenden ab und nutzen den Chat für Fragen. Die Verbindung ist auf dem Übertragungsweg verschlüsselt; Details finden Sie auf der Seite Sicherheit. Räume fassen im kostenlosen Tarif bis zu 100 Personen, im Business-Tarif bis zu 300 und im Enterprise-Tarif 500 und mehr.
Den Teil, den die meisten Webinar-Tools auslassen, deckt Meeyra ab: Sprache. Mit KI-Übersetzung wählt jede Person eine von 42+ Sprachen und folgt der Referentin über übersetzte Untertitel, auf Wunsch auch mit übersetzter Sprachausgabe. So wird aus einer Session eine mehrsprachige, ohne Dolmetscherkabine. Die KI-Übersetzung ist ab dem Business-Tarif enthalten, neue Konten erhalten 60 Freiminuten zum Testen; Details stehen auf der Seite Preise.
Kennen Sie die Grenzen, bevor Sie mit Meeyra ein Webinar durchführen: Im kostenlosen Tarif enden Meetings mit drei oder mehr Personen nach 45 Minuten, und Meeyra hat keine eingebauten Anmeldeseiten oder Umfragen. Kombinieren Sie es für die Tipps 2 bis 5 mit Ihrem Formular- und E-Mail-Werkzeug.
Häufig gestellte Fragen
Was ist beim Webinar durchführen am wichtigsten?
Wenn Sie nur drei Dinge ändern: drei Erinnerungen mit Zugangslink, alle 5 bis 10 Minuten ein Wechsel des Modus und ein Follow-up binnen 24 Stunden. Diese drei Tipps zielen auf Live-Quote, Verweildauer und Aufzeichnung, die größten Lücken der meisten Webinar-Programme.
Wie viele Angemeldete nehmen an einem Webinar tatsächlich teil?
Typisch erscheinen 44 bis 52 Prozent der Angemeldeten live. Livestorm misst für 2025 einen Schnitt von 51,3 Prozent, Contrast nennt 44 bis 50 Prozent als Normalbereich. Mit Aufzeichnung sehen rund 61 Prozent der Angemeldeten das Webinar.
Welcher Tag und welche Uhrzeit sind für ein Webinar am besten?
Der Dienstag liegt in beiden großen Datensätzen von 2026 vorn, Montag und Mittwoch knapp dahinter. Bei der Uhrzeit funktionieren 11 oder 14 Uhr in der Zeitzone des Publikums am besten; Mittagspause, früher Morgen und später Nachmittag schneiden schwach ab.
Wie viele Erinnerungen sollte ich vor einem Webinar verschicken?
Drei: am Vortag, eine Stunde vorher und fünf Minuten vorher, jeweils mit Zugangslink. Contrast berichtet für Veranstalter mit dieser dreistufigen Sequenz eine um 27 Prozent höhere Live-Teilnahme.
Wie lange sollte ein Webinar dauern?
Planen Sie 45 bis 60 Minuten ein, sofern das Thema nicht mehr Tiefe verlangt. 60-Minuten-Sessions erzielen bei Contrast die meisten Anmeldungen, 90-Minuten-Sessions die höchste Live-Quote. Die Länge sollten Sie deshalb testen statt raten.
Wie halte ich Webinar-Teilnehmende bei der Stange?
Holen Sie in den ersten fünf Minuten eine Interaktion ab, wechseln Sie alle 5 bis 10 Minuten den Modus und beenden Sie die Session mit einem moderierten Q&A. In einer Harvard-Studie zu Online-Vorlesungen senkten kurze Fragen zwischen den Abschnitten das gedankliche Abschweifen von rund 40 auf 19 Prozent.
FAQ_## Datenschutz: Was beim Webinar durchführen in Deutschland gilt
In Deutschland entscheidet nicht nur die Dramaturgie über den Erfolg, sondern auch die Frage, ob Anmeldeformular, Aufzeichnung und Follow-up einer Prüfung standhalten. Vier Punkte sollten Sie kennen.
- Werbe-Follow-ups nur mit Einwilligung. Die Bestandskunden-Ausnahme des § 7 Abs. 3 UWG knüpft an den „Verkauf einer Ware oder Dienstleistung" an; ob eine kostenlose Webinar-Anmeldung darunter fällt, ist zweifelhaft. Planen Sie deshalb mit einer ausdrücklichen Einwilligung im Double-Opt-in-Verfahren und dokumentieren Sie sie vollständig, wie es der BGH verlangt (I ZR 164/09).
- Keine Kopplung. Die Teilnahme darf nicht davon abhängen, dass jemand dem Newsletter zustimmt. Nach dem DSK-Kurzpapier Nr. 20 ist eine Einwilligung „regelmäßig nicht" freiwillig, wenn die Vertragserfüllung von einer nicht erforderlichen Einwilligung abhängig gemacht wird (Art. 7 Abs. 4 DSGVO, sogenanntes Koppelungsverbot).
- Aufzeichnung nur nach Einwilligung und mit Hinweis. Die Orientierungshilfe Videokonferenzsysteme der DSK hält fest, dass für eine Aufzeichnung regelmäßig eine Einwilligung erforderlich ist und die Aufzeichnungsfunktion in der Voreinstellung deaktiviert sein muss. Veranstalter können dabei „nicht lediglich auf die Datenschutzbestimmungen des eingesetzten Dienstes verweisen". Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort unbefugt aufnimmt, riskiert zudem eine Straftat nach § 201 StGB.
- Auch die Feedback-Umfrage ist Werbung. Der BGH ordnet eine Kundenzufriedenheitsbefragung per E-Mail als Direktwerbung ein (VI ZR 225/17). Die Frage „Wie hat Ihnen das Webinar gefallen?" gehört deshalb ans Ende der Live-Session, nicht ungefragt ins Postfach.
Spricht Ihr Publikum mehr als eine Sprache, erstellen Sie ein kostenloses Meeyra-Konto und erleben Sie, wie sich eine Session anfühlt, in der alle in ihrer eigenen Sprache folgen.