Videokonferenz im Browser ohne Installation: Die besten Tools 2026
Für eine Videokonferenz im Browser ohne Installation eignen sich Jitsi Meet (Open Source, selbst hostbar), Google Meet (kostenlos bis 60 Minuten für Gruppen), Whereby für kleine Räume und Meeyra, wenn Teilnehmende verschiedene Sprachen sprechen. Gäste treten per Link bei, ohne Konto und ohne Download.
Kennen Sie das? Sie schicken einem Kunden den Link zur Besprechung, und statt eines Videobilds erscheint die Aufforderung, eine App herunterzuladen. Auf dem Dienstrechner fehlen die Administratorrechte, das Smartphone fragt nach einem Konto, und die ersten zehn Minuten des Termins gehen für Technik verloren. Eine Videokonferenz im Browser ohne Installation vermeidet genau diese Hürde.
Dieser Ratgeber betrachtet das Thema aus Sicht der Person, die einlädt. Sie erfahren, welchen Ablauf die einzelnen Tools Ihren Gästen zumuten, welche Browser Probleme machen, wie die kostenlosen Tarife abschneiden und was die Datenschutzkonferenz zu Gastzugang und Installation empfiehlt. Wenn Sie nur selbst an einem Meeting teilnehmen möchten, lesen Sie unsere Anleitung zum Online-Meeting beitreten ohne Anmeldung.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Videokonferenz im Browser ohne Installation zum Standard wird
- Der Praxistest: Fünf Kriterien vor der Auswahl
- Beitritt per Link: So unterscheiden sich die Tools
- Browser-Check: Wo Teilnehmende scheitern
- Die Tools im Einzelnen
- Kostenlose Tarife und Grenzen im Vergleich
- DSGVO: Was die Datenschutzkonferenz zu Gastzugang und Installation sagt
- Checkliste: So startet jedes Meeting ohne Technikpanne
- Welches Tool passt zu Ihren Meetings
- Häufig gestellte Fragen
Warum die Videokonferenz im Browser ohne Installation zum Standard wird
Videotelefonie ist in Deutschland Alltag. Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 79 % der 16- bis 74-Jährigen in den letzten drei Monaten über das Internet telefoniert oder Videotelefonate geführt; 2021 waren es noch 56 %. Gleichzeitig kam im August 2026 mit 50,89 % mehr als die Hälfte des deutschen Webverkehrs von Mobilgeräten, wie StatCounter ausweist.
Beides zusammen bedeutet: Ihre Gäste sind geübt, aber sie sitzen oft am Smartphone oder an einem verwalteten Firmenrechner. Eine zusätzliche App ist dort entweder unerwünscht oder technisch gar nicht erlaubt. Der Browser ist dagegen immer schon geöffnet.
Technisch steht dem nichts mehr im Weg. WebRTC, die Grundlage für Videoanrufe im Browser, ist seit Januar 2021 ein offizieller Standard von W3C und IETF. Browser mit einem Anteil von 97,01 % an der weltweiten Nutzung unterstützen die dafür nötigen Peer-to-Peer-Verbindungen, so Can I use. Verlangt ein Tool trotzdem eine Installation, ist das in der Regel eine Produktentscheidung und keine technische Notwendigkeit.
Der Praxistest: Fünf Kriterien vor der Auswahl
"Läuft im Browser" bedeutet nicht bei jedem Anbieter dasselbe. Manche Tools arbeiten vollständig im Browser. Andere öffnen zuerst eine Seite, die den Desktop-Client empfiehlt, und verstecken die Browser-Option hinter einem kleinen Link. Prüfen Sie diese fünf Punkte mit einem echten Testtermin:
- Kein Konto für Gäste. Teilnehmende sollten nur einen Namen eingeben, kein Registrierungsformular ausfüllen. Jeder zusätzliche Schritt ist eine weitere Gelegenheit, abzubrechen oder zu spät zu kommen.
- Keine App-Schranke. Der Link sollte direkt einen funktionierenden Beitrittsbildschirm öffnen, nicht eine Download-Seite mit einem versteckten Browser-Link.
- Smartphone-Browser funktionieren. Mehr als die Hälfte des Webverkehrs in Deutschland ist mobil. Einige Tools unterstützen trotzdem nur Desktop-Browser.
- Technikcheck vor dem Beitritt. Gäste sollten ihr Kamerabild und einen Mikrofonpegel sehen, bevor sie den Raum betreten. So fallen Probleme im Warteraum auf und nicht vor allen Anwesenden.
- Gleicher Funktionsumfang. Bildschirmfreigabe, Aufzeichnung und Untertitel sollten auch im Browser funktionieren, nicht nur in der App.
Beitritt per Link: So unterscheiden sich die Tools
Die Tabelle zeigt, was ein Gast beim ersten Klick auf Ihren Link erlebt. Grundlage sind die Dokumentationen der Anbieter mit Stand September 2026. Die Spalte "Aufgabe des Gastgebers" zeigt, ob jemand Gäste manuell hereinlassen muss.
| Tool | Konto für Gäste | Was der Link öffnet | Aufgabe des Gastgebers | Smartphone-Browser |
|---|---|---|---|---|
| Whereby | Nein | Direkt den Raum im Browser | Nur bei gesperrten Räumen: Gäste klopfen an | Ja, ohne Bildschirmfreigabe |
| Google Meet | Kein Google-Konto nötig | Beitrittsseite; Gast gibt Namen ein und bittet um Teilnahme | Gastgeber lässt jeden Gast einzeln herein | Ja; iPhone-Safari seit Juni 2026 schrittweise |
| Jitsi Meet (meet.jit.si) | Nein; nur die einladende Person meldet sich an | Beitrittsseite mit Namensfeld | Standardmäßig keine; Lobby optional | App-Hinweis mit Option, im Browser fortzufahren |
| Zoom | Nicht für eingeladene Teilnehmende | Startseite, die zuerst den Desktop-Client anbietet | Abhängig vom Warteraum; Admins können den Browser-Beitritt abschalten | Verweist auf die mobile App |
| Microsoft Teams | Nein | Auswahl zwischen App und Browser, dann Namensfeld | Externe Gäste warten je nach Richtlinie in der Lobby | In mobilen Browsern nicht unterstützt |
| OpenTalk | Nein | Beitritt im Browser per Einladungslink | Abhängig von den Raumeinstellungen | Vor dem Termin testen |
| Meeyra | Nein | Beitrittsseite mit Namensfeld sowie Kamera- und Mikrofontest | Keine; der Einladungslink enthält einen Zugangsschlüssel | Ja; die App ist optional |
Zwei Muster fallen auf. Tools, die vom Browser aus gedacht sind, führen Gäste sofort zum Beitrittsbildschirm. Tools, die um einen Desktop-Client herum gebaut wurden, behandeln den Browser als Nebeneingang. Für Kolleginnen und Kollegen mit installierter App ist das unproblematisch, für einen Kunden beim ersten Kontakt dagegen eine spürbare Hürde.
Das manuelle Hereinlassen ist kein Mangel, sondern eine Abwägung. Es hält Unbefugte fern, bindet aber jemanden, der Beitrittsanfragen im Blick behält. Bei Kundenterminen mit bekannter Teilnehmerliste genügt meist ein gesperrter Raum oder ein Link mit Zugangsschlüssel.
Browser-Check: Wo Teilnehmende scheitern
Ihre Gäste wählen ihren Browser nicht passend zu Ihrem Meeting. Im August 2026 lag Chrome in Deutschland bei 61,76 %, Safari bei 13,76 %, Firefox bei 8,53 %, Edge bei 6,76 %, Samsung Internet bei 4,48 % und Opera bei 2,48 % (StatCounter). Auffällig ist der hohe Firefox-Anteil: In Deutschland nutzt ihn etwa jeder zwölfte Gast, deutlich mehr als im weltweiten Schnitt.
| Browser | Anteil DE (Aug. 2026) | Beitritt | Bildschirmfreigabe | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|---|
| Chrome (Computer und Android) | 61,76 % | Am Computer bei allen Tools; unter Android bei den meisten browserbasierten Tools | Nur am Computer | Früher blockierte Kamerafreigabe |
| Safari (Mac, iPhone, iPad) | 13,76 % | Bei den meisten Tools; Teams im Browser nur unter macOS | Nur am Mac | Manche Tools schalten in Safari Aufzeichnung oder Tab-Freigabe ab |
| Firefox | 8,53 % | Am Computer bei allen Tools | Nur am Computer | Manche Tools deaktivieren ihre Bild-in-Bild-Ansicht |
| Edge | 6,76 % | Am Computer bei allen Tools | Nur am Computer | Die alte Edge-Version (Legacy) wird nicht unterstützt |
| Samsung Internet | 4,48 % | Bei einigen Tools | Nein | Vor wichtigen Terminen testen |
| Opera | 2,48 % | Als Chromium-Browser bei den meisten Tools | Nur am Computer | Verhält sich wie Chrome, trotzdem einmal testen |
| In-App-Browser (Messenger, soziale Netzwerke) | Nicht erfasst | Unzuverlässig | Nein | Kamera- oder Mikrofonzugriff kann scheitern |
Die Spalte zur Bildschirmfreigabe überrascht viele Gastgeber. Die Browser-Schnittstelle getDisplayMedia, über die eine Website den Bildschirm aufnimmt, fehlt in Chrome für Android, Safari unter iOS, Firefox für Android und Samsung Internet (Can I use). Kein browserbasiertes Tool kann das umgehen. Wer präsentieren soll, nimmt deshalb am Computer teil.
Die zweite Falle sind In-App-Browser. Öffnet ein Gast Ihren Link direkt im Messenger, landet er oft im eingebauten Browser der App, und dort scheitert der Kamera- oder Mikrofonzugriff häufiger. Ein Satz in der Einladung hilft: "Bitte öffnen Sie den Link in Chrome, Firefox oder Safari."
Die Tools im Einzelnen
Jedes der folgenden Tools erfüllt den Praxistest in unterschiedlichem Maß. Die Angaben beruhen auf Dokumentationen und Preisseiten der Anbieter mit Stand September 2026.
Whereby: Kleine Räume, Hosting in der EU
Whereby aus Norwegen hat den Beitritt per Link populär gemacht: Der Gast klickt, und der Raum öffnet sich im Browser. Seit dem 13. Januar 2025 ist der kostenlose Tarif allerdings auf einen Raum, 4 Teilnehmende und 30 Minuten begrenzt. Pro kostet laut Preisseite 10,99 US-Dollar pro Monat für bis zu 100 Teilnehmende, Business 13,99 US-Dollar pro Host und Monat bei mindestens drei Hosts.
Für den deutschen Markt interessant: Whereby betreibt seine Kerninfrastruktur nach eigenen Angaben bei AWS in Dublin und ist seit Februar 2022 nach ISO 27001 zertifiziert. Kleine Räume laufen nach Anbieterangaben Peer-to-Peer und damit Ende-zu-Ende-verschlüsselt, in großen Räumen werden Medien kurz im Serverspeicher entschlüsselt. Laut eigener Dokumentation unterstützt Safari dort weder Aufzeichnung noch die Freigabe einzelner Tabs.
Geeignet für: Beratung, Coaching und Kundentermine mit wenigen Personen.
Jitsi Meet: Open Source zum Selbsthosten
Jitsi Meet ist kostenlos, quelloffen und am Computer vollständig browserbasiert. Gäste treten nur mit einem Namen bei. Auf dem öffentlichen Dienst meet.jit.si muss sich die Person, die ein Meeting startet, seit dem 24. August 2023 mit einem Google-, GitHub- oder Facebook-Konto anmelden.
Die eigentliche Stärke liegt im Selbstbetrieb. Organisationen, die volle Kontrolle über den Speicherort ihrer Daten wollen, betreiben Jitsi auf eigenen Servern. Dafür übernehmen sie Updates, Kapazitätsplanung und Überwachung selbst. Auf dem Smartphone empfiehlt meet.jit.si zunächst die App, bietet aber an, im Browser fortzufahren.
Geeignet für: Behörden, Schulträger und Unternehmen mit eigener IT, die Datenhoheit priorisieren.
Google Meet: Kostenlos mit Anklopfen
Google Meet erlaubt im kostenlosen Tarif 100 Teilnehmende, Gruppenbesprechungen bis 60 Minuten und Einzelgespräche bis 24 Stunden. Gäste ohne Google-Konto geben ihren Namen ein und bitten um Teilnahme; der Gastgeber lässt sie herein. Seit Juni 2026 können iPhone- und iPad-Nutzer auch über Safari statt über die App teilnehmen.
Das Anklopfen schützt vor ungebetenen Gästen, verlangt aber Aufmerksamkeit in den ersten Minuten. Für Teams mit Workspace-Konten fügt sich Meet nahtlos in Kalender und E-Mail ein.
Geeignet für: Teams, die bereits mit Google Workspace arbeiten.
Zoom und Microsoft Teams: Der Browser als Nebeneingang
Beide Plattformen sind in erster Linie Client-Anwendungen. Zooms Web-App funktioniert am Computer in Chrome, Firefox, Edge und Safari, die Startseite bietet aber zuerst den Desktop-Client an, und Administratoren können den Browser-Beitritt abschalten. Der kostenlose Basic-Tarif erlaubt 100 Teilnehmende und 40 Minuten.
Teams im Browser unterstützt laut Microsoft die jeweils drei neuesten Versionen von Edge, Chrome und Firefox sowie die zwei neuesten Safari-Versionen unter macOS. In mobilen Browsern wird Teams nach Microsofts eigener Dokumentation nicht unterstützt; Gäste am Smartphone brauchen die App. Teams Free erlaubt 100 Teilnehmende und 60 Minuten.
Geeignet für: Organisationen, die intern ohnehin auf eine dieser Plattformen standardisiert sind.
OpenTalk: Deutscher Anbieter mit Gastzugang im Browser
OpenTalk ist eine quelloffene Videokonferenzlösung aus Berlin. Gäste nehmen per Einladungslink im Browser teil, ohne sich zu registrieren. Nach Anbieterangaben läuft der Dienst in deutschen Rechenzentren, was bei der Auswahl für datenschutzsensible Einrichtungen häufig den Ausschlag gibt.
Geeignet für: Organisationen, die einen deutschen Anbieter mit Open-Source-Basis suchen.
Meeyra: Browserbasiert mit Live-Übersetzung
Meeyra läuft vollständig im Browser, am Computer wie am Smartphone. Gäste öffnen den Einladungslink, geben ihren Namen ein, prüfen Kamera und Mikrofon auf der Beitrittsseite und sind im Raum, ohne Konto und ohne Download. Nur der Gastgeber braucht ein kostenloses Konto. Der Free-Tarif umfasst Räume für bis zu 100 Teilnehmende, unbegrenzte Einzelgespräche und 45 Minuten pro Sitzung ab drei Personen.
Der Unterschied zu anderen Tools liegt in der Sprache. Im Business-Tarif spricht jede Person ihre eigene Sprache und hört oder liest die anderen in ihrer, mit Echtzeit-KI-Übersetzung in 42+ Sprachen (siehe Sprachübersicht). Apps für Mobilgeräte und Desktop gibt es, sie sind aber optional; die Download-Seite führt sie neben der Browser-Version. Wie jedes Browser-Tool kann auch Meeyra im Smartphone-Browser keine Bildschirmfreigabe anbieten.
Geeignet für: Kunden-, Eltern- und Partnergespräche, in denen nicht alle dieselbe Sprache sprechen.
Kostenlose Tarife und Grenzen im Vergleich
| Tool | Zeitlimit Gruppen (Free) | Teilnehmende (Free) | Was ein Bezahltarif ergänzt |
|---|---|---|---|
| Whereby | 30 Minuten | 4 | Pro (10,99 US-Dollar/Monat): 100 Teilnehmende, Aufzeichnung, eigenes Branding |
| Google Meet | 60 Minuten ab 3 Personen | 100 | Längere Meetings und Aufzeichnung in bezahlten Workspace-Tarifen |
| Zoom | 40 Minuten | 100 | Längere Meetings, Cloud-Aufzeichnung, größere Räume |
| Microsoft Teams | 60 Minuten | 100 | Längere Meetings in Microsoft-365-Tarifen |
| Jitsi Meet (meet.jit.si) | Kein festes Limit | Abhängig von der Serverauslastung | Nichts zu kaufen; Selbsthosting kostet Serverbetrieb |
| Meeyra | 45 Minuten ab 3 Personen; Einzelgespräche unbegrenzt | 100 | Bildung (9 € pro Nutzer/Monat): Aufzeichnung, Untertitel; Business (22 €): Live-KI-Übersetzung |
Die Meeyra-Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer; aktuelle Tarife finden Sie auf der Preisseite. Wer den kostenlosen Whereby-Tarif ersetzen will, findet bei allen großen Alternativen mehr Zeit und mehr Plätze. Entscheiden Sie trotzdem nicht allein nach Limits, sondern führen Sie den Praxistest mit einem echten Gast am Smartphone durch. Einen breiteren Überblick über kostenlose Angebote gibt unser Vergleich kostenloser Videokonferenz-Anbieter.
DSGVO: Was die Datenschutzkonferenz zu Gastzugang und Installation sagt
Die Orientierungshilfe Videokonferenzsysteme der Datenschutzkonferenz (DSK, Stand 23. Oktober 2020) enthält zwei Abschnitte, die für browserbasierte Tools unmittelbar relevant sind.
Abschnitt 4.2.4 regelt die Gastteilnahme. Einen Gastzugang ohne vorherige Identifizierung dürfen Systeme danach anbieten, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Der Gastzugang ist für den jeweiligen Anwendungsfall erforderlich.
- Die Risiken einer unautorisierten Teilnahme sind für Betroffene geringfügig.
- Es nehmen nur Personen teil, die einander bekannt sind.
- Unbefugte werden erkannt und können ausgeschlossen werden, bevor sie aktiv teilnehmen.
Abschnitt 4.3 betrifft Installation und Updates. Alle Komponenten, die für die Teilnahme installiert werden, müssen sich vollständig wieder deinstallieren lassen. Auch nach einmaliger Nutzung eines nativen Clients darf keine ungewartete Software zurückbleiben. Für webbasierte Systeme verlangt die DSK stets eine aktuelle Browser-Version. Eine Videokonferenz im Browser ohne Installation erfüllt den ersten Punkt von vornherein; den zweiten sichern Sie mit einem Hinweis auf aktuelle Browser.
Die Orientierungshilfe entstand vor dem EU-US-Datenschutzrahmen vom Juli 2023. Ihre technischen Kriterien zu Gastzugang und Installation berührt das jedoch nicht. Hinzu kommen die bekannten Pflichten: Datenminimierung nach Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und eine Prüfung des Serverstandorts.
Bei der Verschlüsselung setzt der Standard selbst die Untergrenze. RFC 8827, die Sicherheitsarchitektur von WebRTC, schreibt SRTP für alle Medienkanäle vor und verbietet unverschlüsselte Medien. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hängt dagegen davon ab, wie ein Tool Medien leitet: Aufzeichnung, Untertitel und Übersetzung benötigen eine serverseitige Verarbeitung. Meeyra verschlüsselt Meetings während der Übertragung, verarbeitet Übersetzungsaudio in Echtzeit ohne Speicherung und macht Einladungslinks ungültig, sobald der Gastgeber den Raum schließt. Details dokumentiert die Sicherheitsseite; einen Anbietervergleich mit Fokus auf Datenschutz finden Sie in unserem Beitrag zu DSGVO-konformen Videokonferenz-Anbietern.
Checkliste: So startet jedes Meeting ohne Technikpanne
Die meisten Probleme bei Browser-Meetings entstehen in der ersten Minute, und viele davon kann der Gastgeber verhindern. Browser müssen um Erlaubnis fragen, bevor eine Website Kamera oder Mikrofon nutzt, und sie gewähren diesen Zugriff nur auf HTTPS-Seiten (MDN). Das schützt die Gäste, doch ein versehentlicher Klick auf "Blockieren" macht sie stumm. Diese Gewohnheiten helfen:
- Eine Zeile Anleitung mitschicken. "Bitte öffnen Sie den Link in Chrome, Firefox oder Safari, nicht im Messenger" verhindert die meisten Berechtigungsprobleme.
- Präsentierende an den Computer bitten. Smartphone-Browser können keinen Bildschirm freigeben.
- Hinweis zur Weitergabe ergänzen. Die DSK empfiehlt, Empfänger über die Folgen einer unautorisierten Weitergabe des Links zu informieren.
- Den Raum fünf Minuten früher öffnen. Nutzt Ihr Tool eine Lobby oder ein Anklopfen, lassen Sie Gäste herein, bevor sie am Link zweifeln.
- Einen Technikcheck empfehlen. Unsere Anleitung zum Kamera- und Mikrofontest deckt die typischen Fehler vorab auf.
- Selbst vom Smartphone testen. Das Büro-WLAN verbirgt Probleme, die Ihre Gäste im Zug oder im Homeoffice erleben.
Welches Tool passt zu Ihren Meetings
Wählen Sie nach den Terminen, die Sie tatsächlich führen, nicht nach der längsten Funktionsliste:
- Kostenlose Gruppengespräche, Team arbeitet mit Google Workspace: Google Meet.
- Volle Datenhoheit und eigene IT-Kapazität: selbst gehostetes Jitsi Meet.
- Deutscher Anbieter mit Open-Source-Basis gewünscht: OpenTalk.
- Überwiegend interne Meetings in einer bestehenden Microsoft- oder Zoom-Umgebung: die vorhandene Plattform.
- Kleine Beratungstermine mit bis zu vier Personen: der kostenlose Whereby-Tarif.
- Gäste mit unterschiedlichen Sprachen, die per Smartphone oder Laptop ohne Installation beitreten: Meeyra.
Häufig gestellte Fragen
Welche Videokonferenz funktioniert im Browser ohne Anmeldung?
Bei Whereby, Jitsi Meet, OpenTalk und Meeyra treten Gäste im Browser nur mit einem Namen bei. Bei Google Meet brauchen Gäste kein Google-Konto, müssen aber vom Gastgeber hereingelassen werden. Ein Konto benötigt jeweils nur die Person, die das Meeting anlegt.
Gibt es eine kostenlose Whereby-Alternative?
Ja. Google Meet erlaubt kostenlos 100 Teilnehmende und Gruppengespräche bis 60 Minuten, Jitsi Meet ist quelloffen und ohne festes Zeitlimit. Der Free-Tarif von Meeyra bietet 100 Teilnehmende, unbegrenzte Einzelgespräche und 45 Minuten für Gruppen.
Ist eine Videokonferenz im Browser ohne Installation DSGVO-konform?
Das hängt vom Anbieter ab, nicht vom Browser. Prüfen Sie Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenminimierung. Die DSK-Orientierungshilfe erlaubt Gastzugänge per Einladungslink unter klaren Bedingungen und verlangt, dass nach der Teilnahme keine ungewartete Software zurückbleibt, was bei reinen Browser-Tools von vornherein entfällt.
Funktioniert eine Videokonferenz im Browser auf dem iPhone?
Bei den meisten browserbasierten Tools ja, über Safari. Microsoft Teams wird in mobilen Browsern laut Microsoft nicht unterstützt. Bitten Sie Gäste, den Link in Safari und nicht im Messenger zu öffnen.
Kann man im Smartphone-Browser den Bildschirm teilen?
Nein. Mobile Browser wie Chrome für Android und Safari unter iOS unterstützen die Schnittstelle zur Bildschirmaufnahme nicht, deshalb bietet kein Browser-Tool diese Funktion am Smartphone. Wer präsentiert, sollte am Computer teilnehmen.
Warum funktioniert das Mikrofon nicht, wenn der Link im Messenger geöffnet wird?
Messenger und soziale Netzwerke öffnen Links oft in einem eingebauten Browser, der Kamera- und Mikrofonzugriff nicht zuverlässig anfordern kann. Öffnen Sie den Link in Chrome, Firefox oder Safari, dann funktioniert die Freigabe in der Regel.
Ist Whereby Ende-zu-Ende-verschlüsselt?
Teilweise. Nach Angaben von Whereby sind kleine Räume Ende-zu-Ende-verschlüsselt, weil die Medien Peer-to-Peer laufen; in großen Räumen werden sie kurz im Serverspeicher entschlüsselt. Verschlüsselt übertragen werden WebRTC-Medien laut Standard immer.
Gibt es eine Videokonferenz im Browser mit Übersetzung?
Ja. Bei Meeyra spricht jede Person im Browser ihre eigene Sprache und hört oder liest die anderen in ihrer, in 42+ Sprachen. Verbreitete Meeting-Tools bieten Untertitel breit an, Übersetzung dagegen meist nur in wenigen Sprachen und in Bezahltarifen.
Ein guter Einladungslink ist die ganze Einweisung: Der Gast klickt, gibt seinen Namen ein und ist innerhalb einer Minute im Gespräch. Wenn Ihre Termine über Sprachgrenzen hinweg stattfinden, können Sie ein kostenloses Meeyra-Konto erstellen und Ihren ersten Browser-Link noch heute verschicken; neue Konten erhalten 60 Minuten KI-Übersetzung zum Ausprobieren.