Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung: Was hilft
Eine Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung gelingt mit Software, die zuerst den Ton schützt, eingehende Videos abschalten oder nur Audio empfangen lässt und eine Rückfallebene wie Telefoneinwahl oder Textuntertitel bietet. Sprache braucht rund 30–80 kbit/s, eine kleine Videokachel etwa 150 kbit/s.
Die Zahl aus dem Speedtest erzählt nur die halbe Geschichte. Eine Leitung, die 2 Mbit/s misst, fällt im ICE, im vollen Coworking-Space oder am Rand einer Funkzelle auf wenige hundert Kilobit. Ob ein Meeting einfriert oder weiterläuft, entscheidet das Verhalten der Software auf dem Weg nach unten: was sie zuerst opfert, wie schnell sie sich erholt und was Sie selbst abschalten können.
Dieser Ratgeber vergleicht die Funktionen für geringe Bandbreite, die Zoom, Google Meet, Microsoft Teams, Webex und Meeyra mit Stand Oktober 2026 dokumentieren. Er zeigt, was jedes kbit/s-Budget trägt, und liefert einen 15-Minuten-Test für Ihre Auswahl. Die vollständige Mbit/s-Tabelle nach Auflösung finden Sie in unserem Beitrag zur Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen. Dieser Artikel setzt dort an, wo die Tabelle endet.
Inhaltsverzeichnis
- Auf einen Blick: Welche Funktion bei welchem Problem hilft
- Die Bandbreiten-Leiter: Was bei welchem kbps-Budget funktioniert
- Was Videokonferenz-Software bei Bandbreitenmangel tut
- Funktionen bei geringer Bandbreite im Vergleich
- Wie verbreitet schwache Verbindungen in Deutschland sind
- Meetings planen, die eine schwache Leitung aushalten
- 5 Dinge, die Sie bei schwacher Verbindung abschalten
- Vor der Auswahl: Software im schlechten Netz testen
- Was Meeyra bei schwacher Verbindung bietet
- Häufig gestellte Fragen
Auf einen Blick: Welche Funktion bei welchem Problem hilft
Einen Gesamtsieger gibt es nicht, denn "schlechtes Internet" beschreibt sehr unterschiedliche Lagen. Ein Außendienstler im Funkloch hat ein anderes Problem als eine Familie, die sich eine DSL-16-Leitung teilt. Wählen Sie das Werkzeug nach dem Ausfall, den Sie am häufigsten erleben.
- Der Ton bricht immer wieder ab: Wählen Sie eine Plattform mit Telefoneinwahl. Zoom und Webex bieten Einwahlnummern, Microsoft Teams ergänzt sie mit einer Audio-Conferencing-Lizenz, und Google Meet enthält auf Google-Workspace-Konten Nummern für die USA und Kanada; weitere Länder kosten ein Zusatzabo. Eine Telefonleitung nimmt das Internet ganz aus dem Tonweg.
- Sie wollen genau steuern, was ankommt: Google Meet dokumentiert getrennte Sende- und Empfangsauflösungen inklusive der Empfangsoption "Nur Audio". Zoom bietet ab Client-Version 5.8.0 "Eingehendes Video stoppen", sofern Ihr Admin es erlaubt. Teams bietet am Desktop "Eingehendes Video deaktivieren".
- Sie sind per Smartphone mit Volumentarif dabei: Die Teams-App für Mobilgeräte hat die Einstellung "Datennutzung reduzieren" mit den Optionen "In Mobilfunknetzen" und "Immer".
- Die App soll selbst herunterregeln: Webex schreibt, dass es die Videoauflösung vorschlägt oder automatisch senkt und das Video am Ende abschalten kann. Microsoft gibt an, dass Teams bei knapper Bandbreite Audio vor Video priorisiert.
- Gäste mit gemischten Verbindungen und verschiedenen Sprachen: Ein browserbasiertes Werkzeug mit Textuntertiteln und Übersetzung wie Meeyra erlaubt es, jedes Video abzuschalten und dem Gespräch trotzdem in der eigenen Sprache als Text zu folgen.
Die Bandbreiten-Leiter: Was bei welchem kbps-Budget funktioniert
Veröffentlichte Anforderungen sagen, was eine Plattform gern hätte. Die folgende Leiter zeigt, was ein Meeting aushält. Sie verbindet Codec-Fakten mit den Mindestwerten, die Microsoft für Teams veröffentlicht, und den Angaben, die Zoom für seinen Dienst nennt. Alle Werte gelten pro Richtung und pro Teilnehmer.
| Nutzbare Bandbreite (je Richtung) | Was noch funktioniert | Was Sie abschalten sollten |
|---|---|---|
| Unter 30 kbit/s oder starker Paketverlust | Telefoneinwahl, Text-Chat | Jedes Audio und Video über das Internet |
| 30–100 kbit/s | Sprache über das Internet, Live-Untertitel, Chat | Alle Videostreams und Bildschirmfreigaben |
| 100–250 kbit/s | Sprache plus eine kleine Videokachel (etwa 240p) oder statische Folien | Galerieansicht; die eigene Kamera, wenn der Upload knapp ist |
| 250–600 kbit/s | Sprache plus niedrig aufgelöstes Video in kleiner Runde oder Folien mit wenigen Bildern pro Sekunde | HD, geteilte Videoclips, große Galerien |
| 600 kbit/s–1,5 Mbit/s | Standardauflösung für Einzelgespräche und kleine Meetings | 1080p, bewegte Bildschirmfreigabe |
| Über 1,5 Mbit/s | 720p-HD; Details in der vollständigen Mbit/s-Tabelle | Standardmäßig nichts |
Warum braucht Sprache so wenig? Der Opus-Codec, den WebRTC für Audio nutzt, arbeitet laut der IETF-Spezifikation RFC 7587 mit 6 bis 510 kbit/s. Die Xiph.Org Foundation, die Opus pflegt, empfiehlt für VoIP 10–24 kbit/s. Etwa 10 kbit/s liefern Schmalband-Sprache, 24 kbit/s Vollband.
Auf der Leitung trägt jedes 20-Millisekunden-Audiopaket zusätzlich rund 40 Byte an IP-, UDP- und RTP-Headern. Bei 50 Paketen pro Sekunde kommen so etwa 16 kbit/s hinzu, noch vor Verschlüsselung und Header-Erweiterungen. Deshalb landet ein Sprachstream in der Praxis bei 30–50 kbit/s und nicht bei 10.
Die Anbieter nennen Werte im selben Bereich. Microsoft gibt für Teams-Audio 10 kbit/s als Minimum, 58 kbit/s als Empfehlung und 76 kbit/s für beste Leistung an. Zoom nennt für VoIP-Audio 60–80 kbit/s.
Beim Video steigen die Kosten sprunghaft. Microsofts Minimum für Teams-Video liegt bei 150 kbit/s und reicht für bis zu 240p. Das Minimum für Bildschirmfreigabe von 200–250 kbit/s liefert 1,875 bis 7,5 Bilder pro Sekunde. Für Folien genügt das, für eine Software-Demo kaum. Zoom nennt für hochwertiges Einzelgespräch-Video 600 kbit/s je Richtung und für reine Bildschirmfreigabe ohne Videominiatur 50–75 kbit/s.
Aus der Leiter folgen zwei Regeln für jede Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung. Erstens: Unter etwa 250 kbit/s ist Video Luxus, also planen Sie das Meeting so, dass es auch ohne Bild funktioniert. Zweitens: Die schwächste Verbindung bestimmt die Untergrenze für geteilte Inhalte. Sitzt eine Person bei 150 kbit/s, kommt eine bewegte Bildschirmfreigabe bei ihr als Diashow an.
Was Videokonferenz-Software bei Bandbreitenmangel tut
Jede moderne Videoplattform schätzt die verfügbare Bandbreite laufend und passt den Encoder an. Im browserbasierten WebRTC übernimmt das meist eine Staukontrolle, die Paketverzögerung und Verluste beobachtet. Der Entwurf zu Google Congestion Control bei der IETF beschreibt ein verbreitetes Verfahren. Sinkt die Schätzung, muss die Plattform entscheiden, was sie opfert.
Die Reihenfolge ist fast überall gleich:
- Zuerst sinkt die Auflösung. Der Sender kodiert ein kleineres Bild, oder der Server leitet eine niedrigere Qualitätsschicht weiter. Genau dafür gibt es Simulcast und skalierbare Videokodierung; die W3C-Spezifikation WebRTC-SVC legt fest, wie Browser diese Schichten bereitstellen.
- Dann sinkt die Bildrate. Ein scharfes Bild mit 5 Bildern pro Sekunde ist bei Folien und Dokumenten oft lesbarer als ein unscharfes mit 30.
- Das Video stoppt, der Ton läuft weiter. Microsoft gibt an, dass Teams Audio priorisiert, und Webex schreibt, dass es Ihr Video am Ende abschalten kann.
- Der Ton schützt sich selbst. Opus kann laut RFC 7587 Vorwärtsfehlerkorrektur in den eigenen Datenstrom einbetten, sodass der Empfänger ein verlorenes Paket rekonstruiert. Die Zusatzbits kosten Bandbreite, deshalb schalten Plattformen sie meist erst bei erkanntem Verlust zu.
Bei steigendem Paketverlust gingen die Ergebnisse auseinander. Eine Plattform hielt die Bildqualität, ihre Bildrate fiel aber auf etwa 2 Bilder pro Sekunde, was wie ein eingefrorenes Bild wirkt. Eine andere blieb flüssig, doch ihr Video-Qualitätswert sank von etwa 70 auf 20. Die Erholung nach Ende der Störung reichte von nahezu sofort bis etwa zehn Sekunden. Weil ein Anbieter die Studie finanziert hat, sollten Sie sie als einen Datenpunkt lesen und nicht als Urteil. Vor allem ist sie ein gutes Argument, im eigenen Netz zu testen.
Es geht dabei um mehr als Optik. Eine im Dezember 2025 in Nature veröffentlichte Studie fand Störungen in etwa jedem dritten Videogespräch. Im Telemedizin-Szenario fühlten sich nach einem störungsfreien Gespräch 77 Prozent der Teilnehmenden beim Behandelnden gut aufgehoben, nach einem gestörten nur 61 Prozent. Eine schwache Verbindung sieht also nicht nur schlecht aus, sie verändert, wie andere Sie beurteilen.
Funktionen bei geringer Bandbreite im Vergleich
Die Tabelle fasst zusammen, was jede Plattform mit Stand Oktober 2026 in ihren eigenen Hilfeseiten dokumentiert. Menübezeichnungen ändern sich häufig; prüfen Sie den aktuellen Hilfeartikel, bevor Sie Ihr Team auf einen bestimmten Klickpfad schulen.
| Plattform | Eigenes Video reduzieren | Eingehendes Video begrenzen | Rückfallebene für den Ton | Hinweise für schwache Leitungen |
|---|---|---|---|---|
| Zoom | HD abschalten; Kamera stoppen | "Eingehendes Video stoppen" (ab Client 5.8.0, vom Admin abschaltbar); Sprecheransicht | Telefoneinwahl (Nummern je nach Konto) | Veröffentlichter Bedarf für VoIP-Audio: 60–80 kbit/s |
| Google Meet | Sendeauflösung 720p oder 360p | Empfangsauflösung 360p (Miniaturen aus) oder "Nur Audio" | Telefoneinwahl; USA und Kanada auf Workspace-Konten, weitere Länder per Zusatzabo | Hilfeseite nennt begrenztes Datenvolumen als Grund für geringere Qualität |
| Microsoft Teams | Kamera ausschalten | "Eingehendes Video deaktivieren" am Desktop; "Datennutzung reduzieren" mobil | Einwahl mit Audio-Conferencing-Lizenz | Priorisiert Audio; Minimum 10 kbit/s Audio, 150 kbit/s Video |
| Webex | HD-Video abschalten | Audio statt Video wählen | Einwahlnummern und Rückruf-Option | Health Checker (Windows ab 39.5, Mac ab 39.8); senkt Auflösung automatisch, schaltet Video ggf. ab |
| Meeyra | Kamera ausschalten; Hosts können Teilnehmer-Kameras über die Raumregeln deaktivieren | Kein eigener Nur-Audio-Empfang; Untertitel, Übersetzung und Chat kommen als Text | Keine Telefoneinwahl | Signalanzeige auf jeder Kachel: gut unter 80 ms, mittel 80–250 ms, schwach über 250 ms |
Einige Muster fallen auf. Die Kontrolle auf der Empfangsseite ist für Teilnehmende mit schwacher Leitung die wertvollste Einzelfunktion, denn in Gruppengesprächen kostet das Herunterladen fremder Videos meist mehr als das Senden des eigenen. Genau das leisten die Empfangsoption "Nur Audio" in Google Meet und die Schalter für eingehendes Video in Zoom und Teams.
Die Telefoneinwahl ist die robusteste Rückfallebene, hängt aber an Lizenz- und Kostenbedingungen, die je nach Anbieter und Land variieren. Prüfen Sie, ob Ihr Tarif deutsche Einwahlnummern enthält, bevor Sie sich darauf verlassen.
Automatisches Herunterregeln hilft allen, die nie ein Einstellungsmenü öffnen. Es macht das Verhalten aber schwerer vorhersehbar; deshalb sollen Sie im Testabschnitt beobachten, was die App selbstständig tut. Wie Sie Netzrobustheit gegen Sicherheit, Kosten und Sprachunterstützung abwägen, zeigt unser Leitfaden welche Videokonferenz-Software die beste ist.
Wie verbreitet schwache Verbindungen in Deutschland sind
Man nimmt leicht an, dass alle Teilnehmenden am Glasfaseranschluss sitzen. Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeichnen ein anderes Bild.
Seit Ende 2024 garantiert das Recht auf Versorgung nach § 2 der TK-Mindestversorgungsverordnung (TKMV) mindestens 15 Mbit/s im Download, 5 Mbit/s im Upload und höchstens 150 Millisekunden Latenz. Der Prüfbericht 2025 der Bundesnetzagentur mit Stand April 2026 hält diese Werte für ausreichend. Er zeigt aber auch: Die garantierte Mindest-Uploadrate, die 80 Prozent der Verbraucher zum Stichtag 1. April 2025 nutzten, lag bei nur 1 Mbit/s.
Der Bericht hält zudem fest, dass die Mindestwerte in Mehrpersonenhaushalten künftig an ihre Grenze geraten könnten, etwa bei mehreren parallelen Videokonferenzen. Der Digitalausschuss des Bundestages hat dem Bericht am 23. September 2026 zugestimmt, wie der Pressedienst hib meldet. Eine Anhebung ist damit vorerst nicht geplant.
Unterwegs bleiben Lücken. Laut Bundesnetzagentur vom Mai 2025 sind 2,10 Prozent der Landesfläche "weiße Flecken" ohne 4G und 5G. Knapp 14 Prozent sind "graue Flecken", die nur ein Teil der Netzbetreiber mit 4G oder 5G versorgt. Wer mit dem falschen Netz im Zug oder auf dem Land sitzt, erlebt eine Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung also nicht als Ausnahme, sondern als Alltag.
Ein typisches Beispiel: Eine Projektleiterin im Homeoffice in der Eifel teilt sich eine DSL-16-Leitung mit zwei Familienmitgliedern. Am Vormittag läuft parallel ein Cloud-Backup, und ihr Bild friert im Kundentermin ein. Mit abgeschaltetem eingehendem Video und pausiertem Backup trägt dieselbe Leitung das Gespräch problemlos.
Meetings planen, die eine schwache Leitung aushalten
Ob eine Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung trägt, entscheidet zum großen Teil die einladende Person. Diese Gewohnheiten machen ein Meeting für die schwächste Verbindung tauglich, ohne alle anderen auszubremsen.
- Unterlagen vorab verschicken. Teilen Sie Foliensatz oder Dokumentlink vor dem Termin, wie es auch die Webex-Hilfe empfiehlt. Wer eine schwache Leitung hat, folgt lokal statt über eine verpixelte Bildschirmfreigabe.
- In großen Runden mit Kameras aus starten. Bitten Sie darum, das Video nur beim Sprechen einzuschalten. In Meeyra deaktivieren Hosts die Kameraberechtigung der Teilnehmenden in den Raumregeln und entfernen damit alle Upload-Streams auf einmal.
- Geteilte Inhalte statisch halten. Folien und Dokumente lassen sich gut komprimieren, Videoclips und schnelles Scrollen nicht. Teilen Sie Clips als Link, den alle lokal öffnen.
- Untertitel einschalten. Text kostet wenige Kilobit pro Sekunde. Bricht der Ton ab, schließen Untertitel die Lücke, und übersetzte Untertitel helfen allen, die einer Zweitsprache schriftlich leichter folgen.
- Links und Entscheidungen in den Chat schreiben. Der Chat übersteht Verbindungen, an denen Video und sogar Ton scheitern.
- Die volle Stunde meiden. Webex rät, Termine um :15 oder :45 zu beginnen, weil gemeinsam genutzte Netze am stärksten ausgelastet sind, wenn alle gleichzeitig einsteigen.
- Eine Rückfallebene in die Einladung schreiben. Halten Sie fest, was passiert, wenn jemand herausfällt: Einwahlnummer, Zusammenfassung im Chat oder eine Nachricht nach dem Termin.
5 Dinge, die Sie bei schwacher Verbindung abschalten
Verschlechtert sich Ihre eigene Verbindung mitten im Meeting, gehen Sie diese Liste der Reihe nach durch. Jeder Schritt gibt mehr Bandbreite frei als der vorherige.
- Eingehendes Video stoppen oder die Empfangsauflösung senken. In Gruppengesprächen ist das Herunterladen fremder Videos meist Ihr größter Posten.
- Die eigene Kamera ausschalten. Das entlastet den Upload, die knappere Richtung bei den meisten Heim- und Mobilanschlüssen.
- Hintergrundverkehr stoppen. Pausieren Sie Cloud-Backups, Spiele-Downloads und Streaming auf derselben Leitung. Verlassen Sie das VPN, sofern Ihr Arbeitgeber das erlaubt, denn VPNs erhöhen oft die Verzögerung und drosseln Echtzeit-Medien.
- Näher an den Router oder das Netz wechseln. Ein Smartphone-Hotspot mit gutem 4G- oder 5G-Empfang schlägt oft schwaches WLAN. Weitere Netz- und Hardware-Tipps finden Sie im Beitrag Videokonferenz-Qualität verbessern.
- Auf reines Audio wechseln, dann auf Telefon oder Chat. Bricht die Sprache weiter ab, wechseln Sie zur Telefoneinwahl, falls Ihre Plattform sie bietet, oder folgen Sie den Untertiteln und schreiben Ihre Beiträge in den Chat.
Vor der Auswahl: Software im schlechten Netz testen
Herstellertabellen beschreiben Idealbedingungen. Wenn Sie eine Lösung für die Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung für ein ganzes Team auswählen, zeigt ein 15-minütiger Test in einem absichtlich gestörten Netz, wie sich die Software bei Ihren echten Teilnehmenden verhält. Sie brauchen zwei Geräte, zwei Konten und ein Werkzeug zur Netzsimulation.
Die Netzwerkdrosselung der Browser-Entwicklertools genügt dafür nicht. Die Standarddrosselung zielt auf Web-Anfragen und formt die Echtzeit-Medienpakete mit Ton und Bild nicht zuverlässig; ein Gespräch wirkt dann oft unbeeinträchtigt. Nutzen Sie stattdessen ein Werkzeug, das den Verkehr auf Betriebssystemebene formt:
- macOS: der Network Link Conditioner aus dem Paket Additional Tools for Xcode.
- Windows: clumsy, ein kostenloses Open-Source-Werkzeug, das Verzögerung erzeugt, Pakete verwirft und den Durchsatz drosselt.
- Linux: der Befehl
tcmit der Queueing-Disziplinnetem, die Verzögerung, Jitter und Verlust hinzufügt.
| Profil | Einstellung | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Dünne Leitung | Limit 500 kbit/s je Richtung | Bleibt der Ton sauber? Senkt das Video die Auflösung oder friert es ein? |
| Verlustreiche Leitung | 10 Prozent Paketverlust, dann 20 Prozent | Roboterstimme, eingefrorene Bilder, nachhinkende Untertitel |
| Lange Verzögerung | 300 ms zusätzliche Latenz | Durcheinanderreden, Echo |
| Erholung | 60 Sekunden dünne Leitung, dann alle Limits entfernen | Sekunden, bis das Video wieder normal läuft |
Öffnen Sie während des Gesprächs in Chrome einen zweiten Tab mit chrome://webrtc-internals. Dort sehen Sie für jeden Stream die geschätzte verfügbare Bandbreite, verlorene Pakete, Jitter und Bilder pro Sekunde. So vergleichen Sie Werkzeuge mit Zahlen statt mit Eindrücken. Tragen Sie die Ergebnisse in eine einfache Tabelle ein und gewichten Sie Tonqualität höher als Bildschärfe. An ein unscharfes Gesicht erinnert sich niemand, an eine verpasste Entscheidung jeder.
Was Meeyra bei schwacher Verbindung bietet
Meeyra läuft im Browser über WebRTC; Gäste treten über einen Link bei, ohne eine App zu installieren. Der Ton nutzt den Opus-Codec, und die Medien laufen über einen Selective Forwarding Server. Ihr Gerät sendet deshalb nur einen Stream, egal wie viele Personen im Raum sind.
Jede Videokachel zeigt eine Signalanzeige auf Basis der Round-Trip-Zeit: gut unter 80 ms, mittel von 80 bis 250 ms, schwach über 250 ms. Hosts erkennen so auf einen Blick, wer Probleme hat. Zudem können Hosts die Kameraberechtigung der Teilnehmenden in den Raumregeln abschalten und ein großes Meeting mit einem Klick bandbreitenschonend machen.
Die eigentliche Stärke von Meeyra bei schwacher Verbindung ist die Sprache. Live-Übersetzung in 42+ Sprachen und Untertitel kommen als Text an, was wenige Kilobit pro Sekunde kostet. Wer jedes Video abschaltet, liest trotzdem mit, was jede Person sagt, und zwar in der eigenen Sprache. Rauschunterdrückung und Echokompensation des Browsers sind standardmäßig aktiv, was auch die Spracherkennung hinter den Untertiteln genauer macht. Die Medien sind auf dem Transportweg verschlüsselt, was gerade in DSGVO-sensiblen Gesprächen zählt.
Es gibt Grenzen, die wir klar benennen. Meeyra bietet keine Telefoneinwahl und keinen separaten Schalter für reinen Audio-Empfang. Fallen Ihre Teilnehmenden regelmäßig unter etwa 30 kbit/s, ist für diese Gruppe eine Plattform mit Einwahlnummern die sicherere Wahl. KI-Übersetzung und Untertitel sind Teil der kostenpflichtigen Tarife auf der Preisseite. Der kostenlose Tarif umfasst unbegrenzte Gespräche zu zweit und 45 Minuten pro Meeting ab drei Personen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Videokonferenz-Software eignet sich bei schlechter Internetverbindung?
Für eine Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung eignet sich Software, die den Ton bei Einbrüchen sauber hält, eingehendes Video abschalten lässt und eine Rückfallebene bietet. Für tonkritische Termine ist Telefoneinwahl ideal, für gemischte Gruppen die Kontrolle auf der Empfangsseite. Testen Sie Ihre Auswahl vor der Entscheidung in einem gedrosselten Netz.
Wie viel Bandbreite braucht ein reines Audio-Meeting?
Ein reines Audio-Gespräch braucht je Richtung meist 30–80 kbit/s. Der Opus-Codec selbst benötigt 10–24 kbit/s, Paket-Header kommen mit rund 16 kbit/s hinzu. Microsoft empfiehlt für Teams-Audio 58 kbit/s, Zoom nennt 60–80 kbit/s für VoIP.
Funktioniert eine Videokonferenz mit 3G oder schwachem LTE?
Ja, wenn Sie eine niedrige Auflösung akzeptieren und die Runde klein halten. Rund 150 kbit/s reichen laut Microsofts Teams-Minimum für eine kleine Videokachel. In Gruppenmeetings über 3G nehmen Sie besser mit Audio und Untertiteln teil und schalten das Video nur ein, wenn Sie etwas zeigen müssen.
Spart es Bandbreite, die Kamera auszuschalten?
Ja. Ohne Kamera entfällt Ihr gesamter Video-Upload, und der Upload ist bei Heim- und Mobilanschlüssen meist die knappere Richtung. In Gruppengesprächen spart das Stoppen eingehender Videos noch mehr, weil Sie die Streams der anderen nicht mehr herunterladen.
Braucht eine Videokonferenz im Browser weniger Bandbreite als eine App?
Nicht unbedingt. Browser-Werkzeuge und Desktop-Apps nutzen ähnliche Codecs und Staukontrolle, der Netzbedarf ist daher vergleichbar. Der Vorteil des Browsers bei schwacher Verbindung ist praktisch: Gäste sparen sich einen großen Download und treten sofort per Link bei.
Funktionieren Live-Untertitel und Übersetzung bei langsamem Internet?
Ja. Untertitel und Übersetzungen werden als Text übertragen und brauchen nur wenige Kilobit pro Sekunde. Der Ton der sprechenden Person muss den Server aber sauber erreichen; die Untertitel funktionieren daher am besten, wenn die Sprecherin oder der Sprecher eine ordentliche Verbindung hat, auch wenn die Zuhörenden keine haben.
Wie senke ich den Datenverbrauch von Videocalls auf dem Smartphone?
Aktivieren Sie den Datensparmodus Ihrer App, falls vorhanden, senken oder stoppen Sie eingehendes Video und schalten Sie die eigene Kamera aus. Als Faustregel ergibt 1 Mbit/s über eine Stunde etwa 450 MB; eine Stunde reines Audio liegt insgesamt bei rund 30–70 MB.
Das passende Werkzeug für Ihre Verbindung
Die beste Videokonferenz bei schlechter Internetverbindung ist die, die zu Ihrem häufigsten Ausfall passt. Bricht in Ihren Meetings der Ton weg, wählen Sie eine Plattform mit Telefoneinwahl und schulen Sie Ihr Team darauf. Bricht das Video weg, achten Sie auf Empfangskontrollen und automatisches Herunterregeln und machen Sie vor der Entscheidung den 15-Minuten-Test. Sprechen Ihre Teilnehmenden zudem verschiedene Sprachen, halten Textuntertitel und Übersetzung das Meeting am Laufen, lange nachdem das Video aufgegeben hat.
Diese letzte Kombination können Sie selbst ausprobieren: Erstellen Sie ein kostenloses Meeyra-Konto, laden Sie eine Kollegin oder einen Kollegen per Smartphone-Hotspot ein und beobachten Sie, wie sich das Gespräch verhält, wenn alle Kameras aus sind.