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Welche Videokonferenz-Software ist die beste? 12 Kriterien

Meeyra Team18 Min. Lesezeit126. September 2026

Die beste Videokonferenz-Software gibt es nicht pauschal, sondern nur für Ihren Einsatzzweck. Sie finden sie in fünf Schritten: Meetings beschreiben, Ausschlusskriterien wie DSGVO und Gastzugang festlegen, zwölf Kriterien gewichten, zwei bis drei Finalisten bewerten und diese rund zwei Wochen im Arbeitsalltag testen.

Testsieger-Listen helfen dabei weniger, als es scheint. Der bekannteste Test der Stiftung Warentest zu Videochat-Programmen stammt vom 13. Mai 2020. Damals prüften die Tester zwölf Programme und stellten fest, dass fast alle Defizite beim Datenschutz hatten. Seitdem haben sich Funktionen, Preise und Rechtslage mehrfach verändert, und eines der damals getesteten Programme gibt es seit Mai 2025 nicht mehr. Welche Videokonferenz-Software die beste ist, entscheidet deshalb nicht ein Ranking, sondern der Abgleich mit Ihren eigenen Anforderungen.

Fehlkäufe sind häufig. Die Studie „Software Buying Trends 2026" des Vergleichsportals Capterra, veröffentlicht im Oktober 2025 und gestützt auf mehr als 3.300 Softwarekäufer weltweit, kommt zu dem Ergebnis: Zwei Drittel erleben Störungen bei der Einführung, Reue nach dem Kauf oder beides. Auch im Alltag geht Zeit verloren. Eine Umfrage von Toluna im Auftrag des Audioherstellers Jabra unter mehr als 2.300 Wissensarbeitenden in sieben Märkten, darunter Deutschland, ergab im Juni 2026: Drei von vier Befragten erleben in Meetings mindestens ein technisches Problem. Das kostet laut dem Bericht fast elf Minuten pro hybridem Meeting und rund drei Arbeitstage pro Person und Jahr.

Das Thema betrifft die meisten Unternehmen. Laut Eurostat hielten 2024 in Deutschland 61,0 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten Besprechungen über das Internet ab, deutlich mehr als im EU-Durchschnitt von 52,9 Prozent. Gleichzeitig gerät der Kanal ins Visier: Laut der Bitkom-Studie Wirtschaftsschutz 2026 mit 1.003 befragten Unternehmen waren 54 Prozent sicher oder vermutlich vom Ausspähen ihrer Kommunikation betroffen.

Dieser Leitfaden ist deshalb eine Methode, keine Rangliste. Sie erhalten ein Meeting-Profil, die Checkliste mit zwölf Kriterien und Warnsignalen, eine Bewertungsmatrix zum Übernehmen, einen Entscheidungsbaum, einen Pilotplan und die Fragen, die Anbieter vor der Unterschrift beantworten sollten. Konkrete Produkte vergleichen wir in eigenen Beiträgen, etwa im Videokonferenz-Anbieter-Vergleich, in Google Meet oder Zoom und bei den Webex-Alternativen.

Inhalt

Schritt 1: Beschreiben Sie Ihre Meetings

Bevor Sie die erste Preisseite öffnen, beschreiben Sie, wie Ihr Team tatsächlich tagt. Ein Videokonferenz-Tool, das für ein internes Zehn-Personen-Team ideal ist, scheitert oft an wechselnden externen Gästen. Beantworten Sie die sieben Fragen mit echten Zahlen aus dem letzten Monat, nicht mit Vermutungen über die Zukunft.

FrageWarum sie zähltBeispielantwort
Wer nimmt teil?Externe Gäste brauchen einen reibungslosen Zugang60 % der Meetings mit Kunden
Wie viele Personen, wie lange?Gratis- und Einstiegspläne begrenzen Größe und DauerMeist 3 bis 8 Personen, 45 bis 90 Minuten
Welche Geräte?Mobile Browser haben harte GrenzenDie Hälfte der Gäste nutzt das Smartphone
Welche Sprachen?Übersetzung ist oft ein kostenpflichtiges Add-onDeutsch, Englisch und Türkisch
Welche Daten?Gesundheits-, Personal- und Mandantendaten lösen Pflichten ausVertragsdetails, einzelne Personalgespräche
Wo sitzen die Teilnehmenden?Drittlandtransfers folgen eigenen RegelnTeam in Deutschland, Kunden in den USA
Was passiert danach?Protokolle und Aufzeichnungen brauchen LöschregelnAufgabenliste innerhalb einer Stunde

Ihre Antworten teilen die Kriterien in zwei Gruppen. Ausschlusskriterien sind harte Anforderungen: Eine Videokonferenz-Software, die eines davon verfehlt, fliegt von der Liste, egal wie gut der Rest aussieht. Gewichtete Kriterien sind Präferenzen, die Sie gegeneinander abwägen. Legen Sie die Ausschlusskriterien schriftlich fest, bevor Sie eine Demo sehen.

Schritt 2: Legen Sie Ausschlusskriterien fest

Bei der Videokonferenz-Auswahl in Deutschland stammen die typischen Ausschlusskriterien aus drei Quellen: Datenschutz, Mitbestimmung und Informationssicherheit.

Datenschutz. Verarbeitet ein Anbieter personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, brauchen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Die Orientierungshilfe Videokonferenzsysteme der Datenschutzkonferenz nennt Unklarheiten in diesem Vertrag ausdrücklich als regelmäßiges Ausschlusskriterium und verlangt, dass eine Aufzeichnungsfunktion in der Voreinstellung deaktiviert ist. Bei Übermittlungen in Drittländer greift Kapitel V der DSGVO. Für US-Anbieter stützen sich viele Unternehmen auf das EU-US Data Privacy Framework; das Gericht der EU hat es am 3. September 2025 bestätigt, das Rechtsmittel beim EuGH (Rechtssache C-703/25 P) ist aber noch anhängig. Dokumentieren Sie deshalb, welche Rückfallebene Sie nutzen würden.

Mitbestimmung. Hat Ihr Unternehmen einen Betriebsrat, bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei technischen Einrichtungen mit, die Verhalten oder Leistung überwachen können. Das Bundesarbeitsgericht legt die Vorschrift weit aus: Es genügt, dass ein System objektiv dazu geeignet ist. Aufzeichnung, Transkripte und Nutzungsstatistiken fallen schnell darunter. Beziehen Sie den Betriebsrat deshalb schon in den Pilot ein, nicht erst in den Rollout.

Informationssicherheit. Der BSI-Mindeststandard für Videokonferenzdienste gilt formal nur für die Bundesverwaltung, taugt aber als Prüfraster für jedes Unternehmen. Er verlangt unter anderem, dass Medien- und Signalisierungsdaten über nicht vertrauenswürdige Strecken verschlüsselt werden, dass Anbieter fremdgehosteter Dienste die Speicher- und Verarbeitungsorte offenlegen und dass eine laufende Aufzeichnung allen Teilnehmenden jederzeit angezeigt wird.

Unser Beitrag zu DSGVO-konformen Videokonferenz-Anbietern vertieft Vertrag, Serverstandort und Drittlandtransfer.

Die 12 Kriterien im Überblick

Nr.KriteriumWas Sie prüfenWarnsignal
1GastzugangKlicks und Sekunden von der Einladung bis zum BildGäste müssen ein Konto anlegen
2Geräte und PlattformenBrowser, Desktop, Mobil, RaumsystemeKernfunktion nur in einer App
3Stabilität im echten NetzQualität bei schwachem WLAN und MobilfunkDemo nur im Glasfasernetz des Anbieters
4Größe und ZeitlimitsTeilnehmende, Minuten, Räume je TarifIhr normales Meeting stößt ans Limit
5VerschlüsselungTransport oder Ende-zu-Ende, was E2EE abschaltetVage Werbeaussagen ohne Details
6Datenschutz und StandortAVV, Unterauftragsverarbeiter, ServerstandortKeine Liste der Unterauftragnehmer
7ModerationsrechteSperren, Stummschalten, Rechte je PersonRechte nur in der Admin-Konsole
8SprachenUntertitel, Übersetzung, Sprachen je TarifÜbersetzung nur als teures Add-on
9BarrierefreiheitLive-Untertitel, Tastatur, ScreenreaderKein Konformitätsbericht
10Aufzeichnung und KISpeicherort, Löschfristen, Einwilligung, KI-TrainingUnklar, wohin Transkripte gehen
11Integration und VerwaltungKalender, SSO, Nutzerverwaltung, APINutzer werden von Hand gepflegt
12GesamtkostenLizenzmodell, Add-ons, VerlängerungPreis nur für das erste Jahr

Die 12 Kriterien im Detail

1. Gastzugang

Messen Sie dieses Kriterium mit der Stoppuhr, nicht mit der Funktionsliste. Schicken Sie eine Einladung an jemanden, der das Tool noch nie genutzt hat, und stoppen Sie die Zeit vom Klick bis zum Livebild. Zählen Sie jeden Bildschirm: App-Download, Kontoerstellung, E-Mail-Bestätigung, Berechtigungsdialoge. Jeder Schritt kostet Gäste, und Gäste sind oft genau die Menschen, die Sie überzeugen wollen.

Der stärkste Hebel ist die Teilnahme im Browser. Die zugrunde liegende Technik WebRTC ist seit Januar 2021 ein Standard von W3C und IETF, und laut caniuse.com unterstützen sie die Browser der allermeisten Internetnutzer. Wie der Zugang aus Sicht des Gastes aussehen sollte, zeigt unser Beitrag Online-Meeting beitreten ohne Anmeldung.

2. Geräte und Plattformen

Listen Sie die Geräte auf, die Ihre Teilnehmenden wirklich nutzen, und prüfen Sie, ob die benötigten Funktionen auf jedem davon laufen. Die klassische Falle ist die Bildschirmfreigabe am Smartphone. Die Browser-Schnittstelle getDisplayMedia fehlt in Chrome für Android, Safari unter iOS, Firefox für Android und Samsung Internet (Can I use). Kein browserbasiertes Tool kann das umgehen. Wer präsentiert, nimmt deshalb am Computer oder über eine native App teil.

3. Stabilität im echten Netz

Jede Videokonferenz-Demo läuft auf einer schnellen Leitung. Ihre Teilnehmenden haben die nicht immer. Testen Sie jeden Finalisten im Hotel-WLAN, über einen Handy-Hotspot und abends im ausgelasteten Heimnetz. Achten Sie darauf, wie die Videokonferenz-Software reagiert: Senkt sie zuerst die Bildauflösung und schützt den Ton, oder friert alles gleichzeitig ein? Klarer Ton ist in fast jedem Geschäftsmeeting wichtiger als ein scharfes Bild. Die nötigen Bandbreiten finden Sie im Beitrag Internetgeschwindigkeit für Videokonferenzen, die wirksamsten Einstellungen unter Videokonferenz-Qualität verbessern.

4. Größe, Zeitlimits und Gratis-Tarife

Vergleichen Sie die Tarifgrenzen mit Ihrem Profil aus Schritt 1. Stand September 2026 begrenzen die Gratis-Versionen der bekanntesten Tools Gruppenmeetings auf rund 40 Minuten (Zoom Basic) oder 60 Minuten (Microsoft Teams kostenlos sowie Google Meet ab drei Personen). Der kostenlose Tarif von Meeyra erlaubt unbegrenzte Gespräche zu zweit, 45 Minuten pro Meeting ab drei Personen und bis zu 100 Teilnehmende. Einen ausführlichen Überblick bietet unser Vergleich kostenloser Videokonferenz-Tools.

5. Verschlüsselung

Nahezu jedes Videokonferenz-Tool verschlüsselt Medien auf dem Übertragungsweg. Bei browserbasierten Diensten ist das Teil des Standards: RFC 8827, die Sicherheitsarchitektur von WebRTC, schreibt SRTP für alle Medienkanäle vor und verbietet unverschlüsselte Medien. Die eigentliche Frage lautet, wer den Datenstrom entschlüsseln kann. Bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) halten nur die Teilnehmenden die Schlüssel.

Dieser Schutz hat einen Preis, den Anbieter selten bewerben: Kann der Anbieter die Medien nicht entschlüsseln, funktionieren serverseitige Funktionen nicht mehr. Bei großen Plattformen schaltet E2EE Funktionen wie Cloud-Aufzeichnung, Live-Transkription und KI-Zusammenfassungen ab. Entscheiden Sie je Meeting-Typ, was wichtiger ist. Details erklärt unser Beitrag Was ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

6. Datenschutz und Serverstandort

Fragen Sie jeden Videokonferenz-Anbieter, wo Meeting-Daten verarbeitet und gespeichert werden, welche Unterauftragsverarbeiter beteiligt sind und auf welcher Grundlage Daten die EU verlassen. Der BSI-Mindeststandard verlangt zusätzlich, das Risiko eines fremdstaatlichen Zugriffs zu bewerten. Ein Serverstandort in der EU ist ein gutes Signal, ersetzt aber weder den AVV noch die Prüfung des Mutterkonzerns.

7. Moderationsrechte

Die Moderation sollte eine Videokonferenz sperren, Teilnehmende stummschalten, die Bildschirmfreigabe steuern und das Meeting so beenden können, dass der Einladungslink ungültig wird. Testen Sie diese Rechte im Pilot live: Eine Kollegin spielt einen störenden Gast, und Sie messen, wie schnell die Moderation die Kontrolle zurückgewinnt. Unsere Checkliste zur Videokonferenz-Sicherheit listet 15 Kontrollen für vor, während und nach dem Meeting.

8. Sprachen, Untertitel und Übersetzung

Bei keinem Kriterium unterscheiden sich die Videokonferenz-Tools stärker, und bei keinem verwischen Werbeseiten mehr. Trennen Sie vier Funktionen, die oft in einen Topf geworfen werden:

  • Live-Untertitel: Sprache erscheint als Text in derselben Sprache.
  • Übersetzte Untertitel: Sprache erscheint als Text in einer anderen Sprache.
  • Sprachübersetzung: Eine KI spricht die Übersetzung in der Sprache jedes Zuhörers.
  • Dolmetschkanäle: Menschliche Dolmetscher sprechen auf einem eigenen Audiokanal.
Prüfen Sie für jeden Finalisten, welche der vier Funktionen er bietet, in welchen Sprachen und in welchem Tarif. Bei den großen Plattformen stecken übersetzte Untertitel meist hinter Business-Tarifen oder KI-Add-ons, und KI-Sprachübersetzung deckt oft nur wenige Sprachpaare ab. Die genauen Sprachlisten und Lizenzen zeigen unsere Beiträge zur Teams-Live-Übersetzung und zur Google-Meet-Live-Übersetzung. Finden Ihre Meetings regelmäßig in mehreren Sprachen statt, behandeln Sie Übersetzung als Ausschlusskriterium, nicht als Bonus.

9. Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist Rechtsfrage und Praxistest zugleich. Die Web Content Accessibility Guidelines verlangen mit Erfolgskriterium 1.2.4 auf Stufe AA Untertitel für Live-Audio. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt laut Bundesfachstelle Barrierefreiheit seit dem 28. Juni 2025. Reine B2B-Dienstleistungen dürften danach nicht betroffen sein. Telekommunikationsdienste für Verbraucher, die Sprachkommunikation ermöglichen, müssen aber zusätzlich Echtzeittext bereitstellen. Wenn Sie per Video Verbraucher beraten, gehört die Frage in Ihre Checkliste.

Fordern Sie von jedem Anbieter einen Konformitätsbericht zur Barrierefreiheit an und testen Sie die Grundlagen selbst: Können Sie nur per Tastatur beitreten und stummschalten, kündigt ein Screenreader an, wer spricht, und gibt es Live-Untertitel in derselben Sprache für gehörlose und schwerhörige Teilnehmende? Mehr dazu im Beitrag Videokonferenz mit Live-Untertiteln.

10. Aufzeichnung, Transkripte und KI

Aufzeichnungen und KI-Protokolle erzeugen neue Daten, und neue Daten erzeugen neue Pflichten. Klären Sie für jeden Finalisten, wo Aufzeichnungen und Transkripte liegen, wie lange sie standardmäßig gespeichert bleiben, wer zugreifen kann und ob der Anbieter Kundeninhalte zum Training von KI-Modellen nutzt. Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt, macht sich in Deutschland nach § 201 StGB strafbar. Die Software sollte deshalb allen deutlich zeigen, wann eine Aufzeichnung oder ein Transkript läuft.

Unkontrollierte KI ist das größere Risiko. Laut Verizons Data Breach Investigations Report 2026 hat sich die Nutzung nicht genehmigter „Schatten-KI" durch Beschäftigte auf 45 Prozent verdreifacht (Verizon). Fehlt eine gewünschte Funktion wie ein Protokoll, laden Mitarbeitende eben einen fremden Bot ein. Hilfe bei der Einordnung bieten unsere Beiträge zur Videokonferenz mit Aufzeichnung und zum automatischen Besprechungsprotokoll.

11. Integration und Verwaltung

Prüfen Sie, wie sich die Videokonferenz-Software in Ihre Umgebung einfügt: Kalendereinladungen für Outlook und Google, Single Sign-on, automatisches Anlegen und Entfernen von Nutzern, Nutzungsberichte und eine API, falls Sie Meetings in eigene Produkte einbetten wollen. Für kleine Teams zählt eine saubere Kalenderintegration mehr als eine Konzern-Admin-Konsole. Ab einigen hundert Nutzern wird manuelle Pflege dagegen zum Sicherheitsrisiko, weil ausgeschiedene Beschäftigte ihren Zugang behalten.

12. Gesamtkosten

Der Listenpreis ist der kleinste Teil dessen, was eine Videokonferenz-Lösung wirklich kostet. Rechnen Sie über drei Jahre und berücksichtigen Sie:

  • Lizenzmodell: pro Nutzer, pro Host oder pro Raum. Wer nur die Personen lizenziert, die Meetings leiten, spart oft deutlich.
  • Add-ons: Webinare, Telefonie, Übersetzung, KI-Assistenten und zusätzlicher Speicher.
  • Verlängerung: Preise ändern sich. Zum 1. Juli 2026 hob Microsoft die US-Listenpreise für Microsoft 365 Business Basic von 6 auf 7 US-Dollar und für Business Standard von 12,50 auf 14 US-Dollar pro Nutzer und Monat an.
  • Bündelung: Seit die Europäische Kommission die Teams-Zusagen von Microsoft im September 2025 für verbindlich erklärt hat, müssen Suiten ohne Teams günstiger erhältlich sein. Meetings sind damit ein eigener Posten, den Sie separat kalkulieren können.
  • Versteckte Kosten: Schulung, Supportanfragen, weiterhin gebuchte Dolmetscher und Meeting-Minuten, die durch Technikprobleme verloren gehen.
Den letzten Punkt beziffert unser Meeting-Kosten-Rechner.

Gewichtung: So bauen Sie Ihre Bewertungsmatrix

Wenn die Ausschlusskriterien die offensichtlich unpassenden Videokonferenz-Tools aussortiert haben, bewerten Sie den Rest. Geben Sie jedem Kriterium ein Gewicht, sodass alle Gewichte zusammen 100 ergeben, und vergeben Sie für jedes Tool 1 (schwach) bis 5 (sehr gut) Punkte. Die Tabelle zeigt Startwerte für drei typische Profile; passen Sie sie an Ihre Antworten aus Schritt 1 an.

KriteriumInternes TeamRegulierte BrancheInternationales Team
1. Gastzugang6812
2. Geräte und Plattformen868
3. Stabilität im echten Netz141012
4. Größe und Zeitlimits846
5. Verschlüsselung6166
6. Datenschutz und Standort6188
7. Moderationsrechte686
8. Sprachen4420
9. Barrierefreiheit686
10. Aufzeichnung und KI1066
11. Integration und Verwaltung1464
12. Gesamtkosten1266
Summe100100100

Für das Ergebnis multiplizieren Sie jede Punktzahl mit ihrem Gewicht, addieren alles und teilen durch 5. So erhalten Sie einen Wert von 0 bis 100. Ein Rechenbeispiel für ein internationales Team mit drei Finalisten:

Kriterium (Gewicht)Tool ATool BTool C
Sprachen (20)523
Gastzugang (12)534
Stabilität (12)454
Übrige neun Kriterien, Durchschnitt (56)3,64,44,0
Gewichtetes Ergebnis81,976,576,0

Tool B ist in diesem Beispiel das stärkste Allround-Produkt, trotzdem gewinnt Tool A, weil es dort am stärksten ist, wo dieses Team seine Gewichte setzt. Genau das leistet die Gewichtung: Aus der Frage, welche Videokonferenz-Software die beste ist, wird die Frage, welche für Sie die beste ist. Liegen zwei Tools weniger als fünf Punkte auseinander, werten Sie das als Gleichstand und lassen den Pilot entscheiden.

Entscheidungsbaum in fünf Fragen

Brauchen Sie vor der vollständigen Bewertung eine schnelle Richtung, beantworten Sie diese fünf Fragen der Reihe nach. Jede Antwort verkleinert das Feld.

  1. Verarbeiten Sie besonders schutzwürdige Daten, etwa Gesundheits-, Mandanten- oder Personaldaten? Wenn ja, beginnen Sie mit den Ausschlusskriterien aus Schritt 2: AVV, Serverstandort, Drittlandtransfer und E2EE-Option. Nur Tools, die bestehen, kommen weiter.
  2. Nehmen an den meisten Meetings externe Gäste teil? Wenn ja, gewichten Sie Gastzugang und Browser-Teilnahme hoch und testen den Ablauf am Smartphone. Wenn nein, reicht womöglich das Meeting-Tool, das in Ihrer Office-Suite bereits enthalten ist.
  3. Sprechen die Teilnehmenden verschiedene Sprachen? Wenn ja, wird Sprachunterstützung zum Ausschlusskriterium. Prüfen Sie Sprachliste, Funktionsart und den Tarif, der sie enthält.
  4. Zahlen Sie bereits für eine Suite mit Meeting-Funktion? Wenn ja, rechnen Sie die nötigen Add-ons für Übersetzung, KI oder Webinare gegen ein eigenständiges Tool, statt das Paket für kostenlos zu halten. Einen solchen Kostenvergleich finden Sie unter Microsoft-Teams-Alternativen.
  5. Veranstalten Sie große öffentliche Events? Wenn ja, bewerten Sie Webinar-Software getrennt. Meeting-Tools und Event-Plattformen lösen unterschiedliche Probleme.

Pilotphase: Zwei Wochen Praxistest

Ein Pilot macht aus Meinungen Belege. Wählen Sie fünf bis zehn echte Nutzer aus, darunter eine skeptische Person, jemanden, der meist vom Smartphone teilnimmt, und einen externen Gast. Setzen Sie jeden Finalisten rund zwei Wochen in echten Videokonferenzen ein, nicht in einer inszenierten Demo, und informieren Sie Betriebsrat und Datenschutzbeauftragte vorab. Nutzen Sie für jedes Tool dasselbe Drehbuch:

  1. Ein Gast tritt der Videokonferenz zum ersten Mal über den Smartphone-Browser bei; Sie notieren die Zeit vom Klick bis zum Bild.
  2. Eine Person nimmt über einen Handy-Hotspot teil, während im selben Haushalt jemand Videos streamt.
  3. Eine Präsentation zeigt eine Tabelle und einen kurzen Videoclip per Bildschirmfreigabe.
  4. Jemand spricht mit starkem Akzent oder in einer Zweitsprache; Sie prüfen die Genauigkeit der Untertitel.
  5. Die Moderation entfernt einen „störenden" Gast und sperrt das Meeting.
  6. Eine Kalendereinladung geht an eine externe Adresse und wird anschließend verschoben.
  7. Das Team nutzt, was das Tool nach dem Meeting bietet, etwa Protokoll, Transkript oder Zusammenfassung, und prüft, wo diese Daten landen.
  8. Ein Admin legt einen Nutzer an, entfernt ihn wieder und ruft einen Nutzungsbericht ab.
Bitten Sie nach jedem Meeting um eine Note von 1 bis 5 für Tonqualität und Einstieg und protokollieren Sie jedes Problem. Zwei Wochen echte Daten sagen mehr als jede Videokonferenz-Rangliste.

Fragen an den Anbieter vor der Unterschrift

  • Wo werden Meeting-Daten verarbeitet und gespeichert, und können wir die Region wählen?
  • Wer sind Ihre Unterauftragsverarbeiter, und wie informieren Sie uns über Änderungen?
  • Unterschreiben Sie einen AVV nach Art. 28 DSGVO, und auf welcher Grundlage übermitteln Sie Daten in Drittländer?
  • Nutzen Sie Kundeninhalte zum Training von KI-Modellen, und können wir das schriftlich ausschließen?
  • Welche Funktionen stehen bei aktivierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht zur Verfügung?
  • Welche Sprachen unterstützen Untertitel und Übersetzung im gebuchten Tarif?
  • Wie entwickelt sich der Preis bei Verlängerung, und lässt er sich für die Vertragslaufzeit festschreiben?
  • Welche Verfügbarkeit sagen Sie zu, und was passiert, wenn Sie sie verfehlen?
  • Wie exportieren und löschen wir unsere Daten, wenn wir kündigen?
  • Gibt es einen aktuellen Konformitätsbericht zur Barrierefreiheit?
Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Ein Anbieter, der bei einer dieser Fragen ausweicht, hat Ihnen damit schon etwas Wichtiges mitgeteilt.

Wo Meeyra ins Raster passt

Meeyra ist für eine bestimmte Gewichtung gebaut: Meetings, in denen die Teilnehmenden keine gemeinsame Sprache sprechen. Jede Person spricht ihre eigene Sprache und folgt den anderen über KI-Übersetzung in Echtzeit in über 42 Sprachen, mit übersetzten Untertiteln und optionaler Sprachausgabe. Meeyra läuft im Browser, Gäste nehmen also ohne Installation per Link teil; Apps gibt es für iOS, Android, Windows und macOS. Medien werden auf dem Übertragungsweg verschlüsselt, und das Audio für die Übersetzung wird in Echtzeit verarbeitet statt gespeichert. Die Moderation kann Mikrofon, Kamera, Chat, Übersetzung und Bildschirmfreigabe für Teilnehmende ein- und ausschalten.

Bewerten Sie die Passung ehrlich. Stehen in Ihrer Matrix große Webinare, Raumsysteme oder die tiefe Integration in eine Office-Suite ganz oben, kann ein Suite-Tool besser abschneiden. Und weil die Untertitel von Meeyra Übersetzungsuntertitel für mehrsprachige Meetings sind, testen Sie separat, falls Sie Untertitel in derselben Sprache für die Barrierefreiheit brauchen. Einzelheiten finden Sie in der Funktionsübersicht, zur Meeting-Übersetzung und auf der Seite zur Sicherheit. Tarife und Grenzen stehen auf der Preisseite; der kostenlose Tarif enthält keine KI-Übersetzung, neue Konten erhalten aber 60 Minuten zum Ausprobieren.

Häufig gestellte Fragen

Welche Videokonferenz-Software ist die beste?

Eine allgemein beste Videokonferenz-Software gibt es nicht. Für Teams mit vielen externen Gästen zählt der Zugang, für regulierte Branchen Datenschutz und Verschlüsselung, für internationale Teams die Sprachunterstützung. Legen Sie zuerst Ihre Ausschlusskriterien fest und gewichten Sie dann.

Welche Videokonferenz-Software ist DSGVO-konform?

DSGVO-Konformität ist keine Eigenschaft eines Produkts allein, sondern das Ergebnis aus Anbieter und Einsatz. Voraussetzung sind ein AVV nach Art. 28 DSGVO, eine tragfähige Grundlage für Drittlandtransfers, datenschutzfreundliche Voreinstellungen wie deaktivierte Aufzeichnung und Ihre eigene Dokumentation.

Wie viele Videokonferenz-Tools sollten in die engere Wahl?

Zwei oder drei. Mit Ausschlusskriterien verkleinern Sie eine lange Liste schnell, danach bewerten Sie die Finalisten mit einer gewichteten Matrix. Mehr als drei Finalisten machen einen echten Pilot praktisch unmöglich.

Reicht eine kostenlose Videokonferenz-Software für Unternehmen?

Für kleine interne Teams oft ja. Gratis-Tarife begrenzen Gruppenmeetings meist auf 40 bis 60 Minuten und lassen Admin-Funktionen, Vertragsgarantien und Funktionen wie Übersetzung weg. Sobald Sie regelmäßig mit Kunden sprechen, kosten diese Lücken mehr als eine Lizenz.

Brauchen wir Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Transportverschlüsselung brauchen Sie immer, und jedes seriöse Tool bietet sie. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt besonders sensible Meetings zusätzlich, schaltet aber meist Cloud-Aufzeichnung, Transkripte und KI-Funktionen ab. Viele Organisationen aktivieren sie deshalb nur für ausgewählte Meeting-Typen.

Muss der Betriebsrat bei der Einführung zustimmen?

Wenn die Software objektiv geeignet ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen, greift das Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Das Bundesarbeitsgericht legt die Vorschrift weit aus, deshalb sollten Sie den Betriebsrat schon vor dem Pilot einbinden.

Wie lange sollte ein Pilot dauern?

Rund zwei Wochen mit echten Meetings genügen meist, um Einstiegsprobleme, Netzschwächen und Verwaltungsaufwand sichtbar zu machen. Nutzen Sie für jeden Finalisten dasselbe Testdrehbuch, damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben.

Eine gute Wahl entsteht selten aus der längsten Funktionsliste. Sie entsteht, wenn Sie wissen, wie Ihr Team tagt, vorab festlegen, worauf Sie nicht verzichten können, und den Rest einem kurzen, ehrlichen Pilot überlassen. Heben Sie die Checkliste auf, passen Sie die Gewichte an und prüfen Sie sie einmal im Jahr, denn Tools und Preise ändern sich schneller als die meisten Verträge.

Ist Sprache eines Ihrer Ausschlusskriterien, nehmen Sie Meeyra in Ihren Pilot auf. Registrieren Sie sich kostenlos, laden Sie einen Geschäftspartner mit anderer Muttersprache ein und erleben Sie, wie sich ein Meeting anfühlt, in dem alle ihre eigene Sprache sprechen.